Das Blechbläserensemble Classic Brass überzeugte bei seinem Konzert in Fritzlar

Klangfülle und Strahlkraft

Bereits zum dritten Mal zu Gast in Fritzlar: Das Quintett Classic Brass aus Bayern spielte in der Fritzlarer Stadtkirche vorweihnachtliche Musik von Bach, Händel und anderen. Foto: Auerbach

Fritzlar. Classic Brass, das renommierte Blechbläserquintett aus Bayern gastierte bereits zum dritten Mal in Fritzlar. Am Samstag vor dem 2. Advent, stand das Konzert unter der Überschrift: „Kommet, ihr Hirten!“

In meisterlichem Spiel ließen die fünf Musiker Trompeten, Horn, Posaune und Tuba ertönen und kredenzten besinnliche, festliche und spektakuläre Klänge in der Evangelischen Stadtkirche.

Gleich zu Beginn erregten die Bläser Aufmerksamkeit, als sie mit Georg Friedrich Händels glanzvollem „Tochter Zion, freue dich“ die Freude über die Ankunft des Herrn ausdrückten und dabei von der Sakristei zum Altarraum zogen.

Dann verströmte das Ensemble barocke Herrlichkeit in „Großer Herr und starker König“ aus Bachs Weihnachtsoratorium. Warm und gesanglich spielte Szabolcs Szücs (Posaune) den Solopart.

Triumphale Königin

Kontrastvoll und mit triumphalem Ausdruck brachte das Quintett den „Einzug der Königin von Saba“ aus Händels Oratorium „Solomon“ zu Gehör. Atemberaubend waren das spektakuläre Spiel und die kristallklaren Töne, die Péter Millich aus seiner Piccolotrompete hervor zauberte. Sieben Nussknacker-Miniaturen, Stücke ursprünglich aus Peter I. Tschaikowskis märchenhaftem Ballett, changierten zwischen stürmischer Rasanz, fremdartigem Ausdruck und romantischer Klangsprache.

In der Pause hörte man einen Zuhörer sagen: „Die spielen einfach brillant. Wenn nur nicht der starke Hall in der Kirche wäre.“ Bei starkem Raumhall bewährt sich meist ein gemäßigtes Tempo. Doch nach der Pause fühlte sich Classic Brass zunächst noch von Händels bewegtem Chor „Denn uns ist ein Kind geboren“ herausgefordert. Die langen, rasanten Sechzehntelpassagen begannen, sich in der üppigen Akustik zu verlieren.

Gemäßigtes Tempo, eine herrliche warme Mehrstimmigkeit und eine zauberhafte ganze Pause, die die feierliche Wirkung vertiefte, bestimmten die „Pastorale“ aus dem Weihnachtskonzert von Arcangelo Corelli.

Ein kräftiger Hornton und das leise Echo der Posaune führten zum Lied „Kommet ihr Hirten“. Vom Hochaltar aus spielte Jürgen Gröblehner auf der Solotrompete die erste Strophe von „Once in Royal David’s City“. In die zweite Strophe stimmten alle Instrumente innig und schön ein.

Wunderschöne Melodien, Klangfülle und die Strahlkraft der Blasmusik begeisterten die Zuhörer. Minutenlanger Applaus, dem eine Zugabe und das gemeinsame Lied „Macht hoch die Tür“ folgten.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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