Klangmassage: Da vibrieren die Zellen

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Zellen schwingen: Sabine Grunewald legt Redakteurin Alia Shuhaiber Klangschalen auf.

Schwalm-Eder. Was in Indien, Nepal und Tibet ganz alltäglich ist, wird auch in der westlichen Welt zunehmend populär - die Klangmassage. Aber wie können Klänge den menschlichen Körper überhaupt massieren? Um das herauszufinden habe ich mich bei Sabine Grunewald in Grifte auf die Massagebank gelegt.

Bevor wir mit der Behandlung beginnen, fragt die Therapeutin nach meiner Krankheitsgeschichte und erklärt mir, was sie während der Sitzung mit mir machen wird: „Ich bin keine Heilerin, die von mir angebotene Klangmassage dient lediglich der Entspannung“, erklärt Grunewald. Dann bittet mich die gebürtige Berlinerin auf ihre Massagebank: Eingehüllt in eine Decke schließe ich die Augen und spitze meine Ohren.

Dann ertönt ein heller Ton über meinen Kopf und an meinen Füßen. Wie von einer Decke werde ich von dem hellen Ton eingehüllt. Grunewald beginnt mit der Behandlung. Sie legt mir eine kleine Schale abwechselnd auf die Fußsohlen und schlägt sie behutsam an. Ein angenehmes Vibrieren zieht von den Füßen bis in die Kniekehlen. Ich versuche mich zu entspannen, und den Klang und die Schwingungen auf mich wirken zu lassen.

Dann legt sie mir eine große Beckenschale auf den unteren und eine kleinere Herzschale auf den oberen Rücken. In gleichförmigem Rhythmus beginnt die Therapeutin die Schalen abwechselnd anzuschlagen. Die Vibration steigt mir in den Kopf. Ein sanftes, angenehmes Kribbeln überzieht meine Kopfhaut – ich beginne mich zu entspannen. Meine Muskeln werden schlaff und meine Gedanken springen. Mal konzentriere ich mich auf die Empfindungen meines Körpers, dann wieder auf den Schall, den die Schalen verströmen.

Nach etwa 20 Minuten – ich bin fast eingeschlafen – bittet mich Grunewald im Flüsterton, mich auf den Rücken zu legen und platziert die Schalen auf meinem Unterbauch und meiner Brust. Dann beginnt das gleich Ritual. Die Klangschalen werden abwechselnd angeschlagen und ich beginne wieder mich in Tagträumen zu verlieren. Nach weiteren 15 Minuten ist die Massage vorbei. „Versuchen sie die Entspannung noch etwas wirken zu lassen und nehmen sie sich die Zeit die sie brauchen bevor sie aufstehen“, sagt Grunewald. Ich würde am liebsten einfach liegen bleiben, um die Entspannung zu genießen. Jetzt ist mir klar, warum sich die Menschen in Indien, Nepal und Tibet mit Klangschalen für den Alltag stärken.

Von Alia Shuhaiber

Quelle: HNA

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