Orchester und Solist überzeugten Publikum beim Auftritt in der Kulturhalle

Klangreichtum faszinierte

Der Star des Abends: Geiger Noé Inui überzeugte beim Konzert in Bad Zwesten mit einem glänzenden Spiel. Foto: Auerbach

Bad Zwesten. Warme Streicherklänge, strahlende Blechbläser, noble Holzbläsertöne und darüber die schlanken, kristallklaren Melodien der Sologeige erfüllten am Samstagabend die Kulturhalle in Bad Zwesten. In Werken von Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Nikolai Rimski-Korsakoff erschlossen das Orchester Deutsche Einheit (ODE) und Geiger Noé Inui die lyrische Welt der Romantik. Orchester und Solist präsentierten sich dabei in glänzender Verfassung.

Unter der Leitung von Christian Fitzner zelebrierten die Musiker ein wahres Fest für die Sinne der Zuhörer. Zu einem Höhepunkt geriet Mendelssohns „Violinkonzert e-Moll“ op. 64 aus dem Jahr 1844. In seiner Komposition gehen die Sätze mit unterschiedlichen Stimmungen pausenlos ineinander über. Die freudige Sehnsucht im ersten Satz, die gefühlsvolle Gesanglichkeit des zweiten und die tänzerische Heiterkeit im Finalsatz.

Aufregend schön waren die Dialoge zwischen Noé Inui mit der Balestrieri-Meistergeige und den Bläsern, den Streichern und dem Orchestertutti. Faszinierend das „handwerkliche“ Können des Geigers in den virtuosen Passagen mit den rasanten Läufen, den Sprüngen und Doppelgriffen. Mendelssohns Musik steckt voller Magie. Und diese Momente ausdrucksstark zu interpretieren und mit souveränem Spiel zu präsentieren, gelangen Solist und Orchester in herrlichen Klangbildern.

Großartig war bei Konzertbeginn die Klanglichkeit, die Noé Inui und das Orchester in Beethovens 2. Violinromanze F-Dur op. 50 von 1805 zustande brachten. Gefühlvoll vom Orchester begleitet, ließ der Geiger sein Instrument betörende Zärtlichkeiten flüstern. Zum Abschluss seines Auftritts erfüllte Noé Inui die nachdrücklichen Forderungen des Publikums mit zwei Zugaben und führte seine beeindruckende Kunstfertigkeit auch in Stücken von Eugène Ysaye und Niccolo Paganini vor.

Eine ganz andere Welt tat sich nach der Konzertpause auf. Das Orchester erzählte die Geschichte der Prinzessin „Scheherazade“. Eine sinfonische Dichtung des Russen Rimski-Korsakoff. Mit sanftem Violinspiel und meist von der Harfe begleitet, charakterisierte Krzysztof Baranowski, der erste Konzertmeister, die Scheherazade.

Um ihr Leben zu retten, erzählt sie dem Sultan Märchen. Sein tyrannisches Wesen porträtierten die Kontrabässe, die Posaunen und die Pauke in bedrohlich und wuchtig klingendem Spiel. Auch Klarinette und Fagott kamen zur Geltung. Fein tariert, setzte Christian Fitzner in ruhigen Stellen viel Gefühl und in dramatischen Abschnitten Intensität und kraftvolle Tutti ein. Dabei wies er Orchester und Solisten den Weg zur Hochform und zum versöhnlichen Ende der Geschichte.

Es war ein Abend voller zauberhaftem Klangreichtum. Die Begeisterung des Publikums darüber drückte sich in langem Applaus aus.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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