Klappern in Perfektion: Friederike von Krosigk im Kloster Haydau

Zu Gast im Kloster: Friederike von Krosigk gilt als Virtuose an den Kastagnetten, den Klappern. Foto: Dürr

Morschen. Eine vielseitige, tatkräftige Künstlerin war im Kloster Haydau in Morschen zu Gast: Friederike von Krosigk gilt als eine von vier weltweit agierenden Kastagnetten-Virtuosen, was sie zum Klavierspiel von Eva Gerlach bewies.

Von Bach bis Debussy begleitete sie mit den einfach aussehenden Instrumenten rhythmisch, ließ die hölzernen Instrumente virtuos allerlei Klänge erzeugen: mal flirrend schnell, mal punktuell. Mal leise trillernd, mal laut und explosiv. Sie kann sich sofort auf die Musik einstellen und dazu mit Händen, Gesten und Mimik improvisieren.

Einem interessierten Publikum erzählte sie, wie sie dazu kam, ausgerechnet die Kastagnetten für sich zu entdecken, mit denen sie inzwischen weltweit zu Konzerten eingeladen wird. Über eine Flamencoausbildung ging es zum Studium des konzertanten Kastagnettenspiels.

Aber es gibt noch andere Facetten im Leben von Krosigk: Sie ist auch Schauspielerin, Rezitatorin, Sängerin. All das mit so viel Spannung und Ausdruck, dass es mucksmäuschenstill im Engelssaal war, als ein Rilke-Gedicht oder Lieder von Hans Eißler erklangen. 1996 gründete sie das Ensemble Theatrum, das große Klassiker auf die Bühne bringt.

Außerdem, wie in dem als Interview mit Gerlach geführten Gespräch zu hören war, verfolgt sie mit Engagement einen Traum: Schloss Hohenerxleben in Sachsen-Anhalt zu renovieren und zu einem Kulturzentrum zu machen, das inzwischen auch weit über die Grenzen hinaus bekannt ist.

Als der Salzlandkreis 1996 an die Familie von Krosigk herantrat, ob sie nicht das Schloss – bis zur Enteignung 1945 im Familienbesitz – restaurieren wollten, meinte die damals bereits über 60-jährige Mutter Ingrid Krosigk, dass dazu wohl keine Kraft vorhanden sei. 1997 aber kauften die beiden Frauen das Schloss und begannen mit Hilfe von zwei Stiftungen, das Unmögliche möglich zu machen.

Es entstand dabei ein Kulturzentrum mit Hotel und Restaurant. Sechs engagierte Künstler leben nun auf dem Gelände: Sie helfen bei der Restauration, danach wird geprobt und am Abend geht es mit unterschiedlichen Projekten und Gastkünstlern auf die Bühne.

Von Agnes Dürr

Quelle: HNA

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