Junges Paar renoviert mit viele Engagement die Obermühle in Niederurff

Es klappert die Mühle

Niederurff. Nach einer Motorradtour war es um René Hublitz geschehen. Hals über Kopf hatte er sich verliebt. Nicht in eine hübsche Frau, sondern in die alte, verfallene Mühle am Ortsrand von Niederurff. Schuld hatte sein Vater, der ihm das Anwesen gezeigt hatte.

Das war vor zwei Jahren. Seitdem ist in das alte Gemäuer Leben eingezogen, obwohl Hublitz und seine Frau Katharina Floren noch nicht dort wohnen. Der Einzug ist erst im kommenden Jahr geplant. Dann wird sich auch das Mühlrad drehen, um die historischen Gebäude mit Strom zu versorgen.

Doch bis dahin ist es ein weiter, von Arbeit gepflasterter Weg. „Vom Zustand alter Häuser darf man sich nicht abschrecken lassen“, sagt Hublitz. Doch ohne handwerkliches Geschick und der Liebe zum alten Gemäuer gehe das nicht. Und beides bringt das junge Paar mit.

Bevor sie allerdings die Renovierung des Anwesens anpackten, „haben wir mit der Denkmalpflege und anderen Behörden gesprochen“. Denn von Anfang an war klar: Das Mühlrad muss wieder klappern.

Hilfe bei der Installation des Wasserrades erhielt Hublitz von Studenten der Technikerschule in Kassel. Sie halfen, das Rad zu konstruieren, das inzwischen eingebaut ist. Das Mühlrad ist nicht die einzige Neuerung in dem uralten Haus. In dem Raum, der einst als Waschküche diente, verbirgt sich hinter einer unscheinbaren Tür modernste Steuerungstechnik. „Von hier aus sollen einmal Haus, Hof, Wasserrad und das Nebengebäude energetisch gesteuert werden“, sagt Hublitz.

In den ehemaligen Stallungen will Hublitz einen Wasserspeicher einbauen. Das Wasser soll mit Hilfe von Sonnenkollektoren im Sommer erwärmt werden, und im Winter als Heizung dienen. Zusammen mit dem Strom des Mühlrads – der würde für etwa 30 Personen reichen – könnte das Haus seine eigene Energie produzieren und sogar noch Strom ins Netz abgeben, rechnet Hublitz vor. Doch funktionieren werde das Energiekonzept nur, wenn das Haus entsprechende isoliert wird.

Während neueste Technologie hinter historischen Mauern Einzug gehalten hat, werden Dach und Fassade mit historischen Baustoffen wieder aufgebaut. „Das ist mit der Denkmalpflege abgestimmt“, sagt Hublitz.

Mit viel Einsatz ist das junge Pärchen bei den Renovierungsarbeiten tätig. Damit die Kosten sich im Rahmen halte, haben sie einen alten Bagger und einen alten Kran gekauft. „Wir wollen ohne großes Kreditaufkommen, die Mühle wieder aufbauen“, sagt Katharina Floren. Auch wenn beide kräftig anpacken und von Freunden unterstützt werden, sei bei einem solchen Projekt ein gutes Nervenkostüm nötig. Sagen sie und werkeln weiter an ihrem Traumhaus, der alten Niederurffer Mühle.

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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