Kreistagsmehrheit stimmte für Zusammenarbeit mit englischer Hochschule in Southampton

Ein klares Ja zur Medizin-Uni

Das Klinikum Kassel: Hier sollen in Zusammenarbeit mit der englischen Universität Southampton bald Mediziner ausgebildet werden. Archivfoto: Herzog/Charterflug-Kassel,Knabe

Kreis Kassel. Die langfristige Versorgung mit qualifizierten Ärzten auf Oberarzt- und Chefarztebene in der Region will die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) sicherstellen. Da die Universität Kassel jedoch keinen eigenen Studiengang Humanmedizin anbietet, soll über die Gründung der Kassel School of Medicine eine Kooperation mit der englischen Universitätsstadt Southampton eingegangen werden. Dem stimmte in seiner jüngsten Sitzung in Immenhausen auch der Kreistag mehrheitlich zu. Er hält 7,5 Prozent Anteile an der GNH.

Höheres Eigenkapital

Damit gab er grünes Licht für die Gründung der gemeinnützigen GmbH Kassel School of Medicine mit einem Stammkapital von 200 000 Euro, und für die Erhöhung des Eigenkapitals um 2,8 Millionen Euro. Dem Kreis entstehen dadurch jedoch keine finanziellen oder organisatorischen Belastungen, erläuterte Kreispressesprecher Harald Kühlborn gegenüber der HNA.

24 Studenten pro StudienJahr sollen aufgenommen werden, 12 000 Euro Studiengebühren jährlich kämen auf jeden Studenten zu. Weniger zahlungskräftigen Studenten sollen zinsgünstige Kredite angeboten werden. Die Eigenkapitalerhöhung ist nötig, da bei der Kassel Medical School in den ersten fünf Jahren mit jährlichen Verlusten von bis zu 824 000 Euro gerechnet wird, wie in der Vorlage für die Kreistagsmitglieder erläutert wurde. Die Hauptposten liegen dabei auf den Kosten für Personal und Lehre.

Im Kreistag stimmten SPD, CDU, FDP und Freie Wähler für das Projekt, während die Grünen, Die Linke und die Piratenpartei die Kooperation ablehnten. Die Mehrheit sah in der Medical School ein gute Chance, die Ärzteversorgung sicherzustellen. „Damit könnten wir Ärzte an die Region binden, wovon auch die Kreiskliniken profitieren würden“, argumentierte zum Beispiel Stefanie Roß-Stabernack (SPD, Fuldatal). Von einer Stärkung des Uni-Standortes Kassel sprach Lasse Becker (FDP, Vellmar). Dagegen begründete Dr. Christian Knoche (Hofgeismar) für Die Linke sein Nein mit den Studiengebühren von 12 000 Euro: „Eine Elite-Universität lehnt Die Linke ab.“

Von Stefan Wewetzer

Quelle: HNA

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