Schüler erarbeiteten eigene Audiobeiträge mit Unterstützung von Medienpädagogen

Schüler versuchten sich als Radiojournalisten 

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Soundcheck: von links Sophia Müller,Vanessa Schober, Kevin Schmitt, Max Schewitz und Pascal Wagenknecht sind für den Ton ihrer Beiträge verantwortlich.

Melsungen. Sie sind als rasende Reporter unterwegs, führen Interviews und schreiben eigene Reportagen – für das Projekt „Hessen hören– So klingt meine Welt!“ der Stiftung Zuhören gehen die Schüler der Klasse 8aH aus der Gesamtschule Melsungen auf Sendung.

Die 14- bis 16- Jährigen lernten während des dreitägigen Projektes die Arbeitswelt von Radiojournalisten kennen.

Sie erarbeiteten mit Unterstützung der Medienpädagogen Susanne Holbein und Michael Wolf Audiobeiträge zu Themen aus ihrem Alltag. Die fertigen Werke aller teilnehmenden Schulen ergeben später im Internet eine lebendige akustische Landkarte vom Leben in den Dörfern, Gemeinden und Städten Hessens.

Leicht sei es für die Schüler nicht gewesen, eigene Radiobeiträge zu erstellen: „Für Schüler ist es generell sehr schwierig, zu begreifen, wie sie journalistische Nachrichten angehen sollen. Das Radio hatten sie bisher nur fürs Musik hören genutzt“, sagte Medienpädagogin Susanne Holbein.

Ideen, Texte, Moderation

Umso größer war die Herausforderung, ein eigenes Konzept auszudenken, eigene Texte zu schreiben und selbstständig zu moderieren: „Arbeiten wie bei einem richtigen Radio eben“, sagte Lehrerin Christina Merkel, die ihre Klasse bei dem Projekt angemeldet hat. „Zwar brauchten die Schüler einige Hilfestellungen, aber nach und nach wurde es ihr eigenes Ding“, stellte der Medienpädagoge Michael Wolf fest.

Beim Radio könnten die Jugendlichen ihre Talente besser ausleben als im Unterricht. Für jeden gebe es eine passende Aufgabe. Ob in der Moderation, beim Texte Schreiben oder in der Technik: „Schüler, die sonst nicht so zur Geltung kommen, können hier beweisen, was sie drauf haben“, so Wolf, „und hinterher kommt ihr eigenes Produkt dabei heraus.“ Aber auch die Möglichkeit sich mit Themen zu beschäftigen, die aus ihrem Alltag kommen, sei während des Projekts enorm wichtig. Denn die Zuhörer der Nachwuchsreporter bekommen Berichte über Magersucht, Computerspielsucht, Alkohol und Drogenkonsum geboten.

Dinge, die laut Klassenlehrerin Christina Merkel aktuell auch Thema in der Klasse sind: „Eine gute Gelegenheit für die Schüler, sich alles von der Seele zu reden“, sagte sie.

Auf dem Hessentag in Kassel werden die Hörstücke am 14. Juni 2013 der Öffentlichkeit präsentiert. Die besten Beiträge werden prämiert.

„Dieses Projekt kann es ruhig öfter an Schulen geben. Es war sehr aufregend zu sehen, wie die Profis vom Radio arbeiten“, sagte die 15-jährige Vanessa Schober.

• Informationen Auf der akustischen Hessenkarte unter www.hessen-hoeren.de

Dort werden alle Audiobeiträge veröffentlicht.

Von Lars Becker

Quelle: HNA

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