Die Klasse R10 der Realschule Borken ging nach 51 Jahren wieder auf Reisen

Klassenfahrt zum Titisee

Erinnerungsfoto im Schwarzwald: Die ehemaligen Schüler der Klasse 10R der Realschule Borken fuhren 51 Jahre nach ihrer Klassenfahrt wieder gemeinsam an den Titisee. Foto: Repro/Rose

Itzenhain/Borken. Die Klassenfahrt zum Titisee war für die Schüler der R10 der Realschule Borken im Jahr 1962 ein echter Höhepunkt: „Eine Woche machten wir im Schwarzwald die Gegend unsicher“, erinnert sich Angelika Sutton (69) aus Itzenhain. 51 Jahre nach der Klassenfahrt ist ein Teil der Schüler wieder gemeinsam auf Reisen gegangen. Wohin? Logisch, natürlich an den Titisee.

Die ehemaligen Mitschüler trafen sich vor einigen Jahren bei einem Klassentreffen: „Daraus hat sich ein fester Kern von 15 Leuten gebildet. Wir unternehmen jetzt regelmäßig etwas miteinander“, erzählt die Itzenhainerin. Die „Schaltzentrale“ der R10 ist ihr Hof im Gilserberger Ortsteil. „Ich habe viel Platz und gerne Gäste.“

Die ersten Begegnungen seien unheimlich spannend gewesen, erzählt Sutton: „Ich sage immer, da lag ja schließlich ein ganzes Leben dazwischen – heute haben wir alle weiße Haare.“

Und doch ist vieles erhalten geblieben: Etwa die Spitznamen für die beiden Erichs – I und II – oder die Ansprache des Klassensprechers, der noch immer von allen so genannt wird. Auch dass Angelika lieber bei den Jungs sitzt, statt mit den Frauen Backrezepte zu tauschen.

Erich I organisiert seit dem ersten Treffen regelmäßige, monatliche Rundbriefe: „Da steht drin, was wir unternommen haben und was wir planen“, sagt die Itzenhainerin. Vom Besuch am Titisee ist ein kleines Fotobüchlein entstanden. Bilder dokumentieren auch die Reise nach Usedom, wo einer der Mitschüler ein Haus besitzt. Erwin I sei der erste in der Runde, der 70 geworden sei: „Wir haben ihm alle Geburtstagslieder gesungen, die uns einfielen – wie früher“, erzählt Sutton. Denn einst war die R10 eine musikalische Klasse: „Wir führten Laienspiele mit Orchester auf.“

Schön sei heute, dass jedem ehemaligen Schüler immer wieder andere Streiche einfielen. Sieben wohnten noch in der Region. „Aus allen ist etwas geworden“, sagt Angelika Sutton. Trotz der vielen Jahre, die dazwischen lagen, sei es manches Mal wie früher: Beim jüngsten Grillfest hätten „die Jungs“ ganz selbstverständlich am Grill gestanden.

Eine traurige Episode schweißte die R10 zuletzt noch enger zusammen: Einen Klassenkamerad mussten sie beerdigen. Angelika Sutton hofft, dass das neu geknüpfte Band zwischen ihnen allen noch lange hält: „Es ist wunderbar, jeder bringt sich ein.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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