Auch im Winter sind Old- und Youngtimer unterwegs – Innungsmeister gibt Tipps

Klassiker in der Kälte

Fahrspaß auch in der kalten Jahreszeit: Um klassische Autos im Winter zu fahren, braucht es eine gewisse Vorbereitung, weiß Harms Böttger, Obermeister der Innung Kraftfahrzeuggewerbe Wolfhagen. Foto: Hempel

Wolfhagen. Oldtimer trotzen der Finanzkrise, aber nicht jedem Wetter. „Erhaltenswerte Modelle steigen mit jedem Jahr an Wert“, sagt Harms Böttger, Obermeister der Kfz-Innung Wolfhagen. Weit weniger widerstandsfähig seien Oldtimer jedoch gegenüber Nässe und Streusalz. Betroffen sind davon auch viele Youngtimer, also Autos, die als Liebhaberfahrzeuge genutzt werden, aber noch keine Oldtimer sind. Wer seinen Klassiker im Winter trotzdem nicht einmotten, sondern fahren will, dem rät Böttger, einiges zu beachten.

„Man muss bedenken, dass man bei alten Autos Fahrerassistenzsysteme wie ABS und passive Sicherheitssysteme wie Airbag und Gurtstraffer nicht hat, die für eine gewisse Sicherheit sorgen.“ Das könne vor allem im Winter problematisch werden, wenn das Unfallrisiko durch Eis und Schnee ohnehin höher ist.

Richtig präparieren

Trotzdem spricht nichts dagegen, ein altes Fahrzeug und auch Oldtimer im Winter zu fahren, wenn es ordentlich präpariert ist“, sagt der Innungsmeister. Dazu gehöre in erster Linie, was für alle anderen Autos auch zählt: gut funktionierende Scheibenwischer, Lichter, ausreichender Kühlerfrostschutz. Winterreifen sollten etwa nach sechs Jahren ausgetauscht werden. „Gummidichtungen, vor allem die Türdichtungen, müssen gefettet sein.“

Was für ältere Autos im Winter zu einem Hauptproblem wird, ist das Streusalz. „Das Salz greift vor allem die Karosserie an“, sagt Böttger. „Wichtig ist, den Unterbodenschutz zu überprüfen. Er sollte frei von Roststellen sein.“ Am besten sei ein wachshaltiger Unterbodenschutz, der sich bei Temperaturschwankungen ausdehnen kann.

Auch Hohlräume, zum Beispiel in den Türen, und Chromteile sollten mit einem Korrosionsschutz auf Fett- oder Wachsbasis behandelt werden. „So etwas sollte man in einem Kfz-Betrieb machen lassen, wo die abtropfenden Stoffe aufgefangen werden, damit sie nicht in den Boden gelangen“, erklärt Böttger. „Außerdem sollte man regelmäßig den Unterboden mit ausreichend Wasser abspülen, um ihn von der Salzkruste zu befreien.“

727 Oldtimer im Landkreis

Die meisten der im Landkreis Kassel angemeldeten 727 Oldtimer mit H-Kennzeichen (H für historisch) verbringen nach Böttgers Einschätzung den Winter gut behütet in Garagen. Aber auch für den Winterschlaf der Liebhaberfahrzeuge empfiehlt er: „Die Batterie rausnehmen und trocken lagern. Außerdem volltanken, damit der Tank nicht rostet. Auch der Luftdruck auf den Reifen sollte erhöht werden, damit es keinen Standplatten gibt.“

Von Claudia Hempel

Quelle: HNA

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