Im Kleiderladen des DRK kaufen täglich 50 Kunden ein

Mit Leidenschaft: Im DRK-Laden in der Schützeberger Straße verkauft Regina Schrottenbaum gemeinsam mit ihrem rund zehnköpfigen Team Kleidung aus zweiter Hand. Foto:  zhf

Wolfhagen. Bis unter die Decke stapeln sich unzählige Körbe. Rot, grün, blau - alle vollgepackt mit Kleidungsstücken, die im Lager darauf warten, ein Platz im DRK-Laden an der Schützeberger Straße zu finden.

Ein paar Monate dauert es noch, bis Blusen, Shirts und leichte Sommerkleider die Regale und Kleiderstangen erobern, aktuell nämlich sind dicke Wollpullis, Mäntel und Jacken die Renner.

„Wir gehen immer mit der Jahreszeit“, sagt Regina Schrottenbaum, die als einzige fest angestellte Kraft das Geschäft mit aufgebaut hat. Im September 2003 als Versuchsballon gestartet, ist das Second-Hand-Angebot des Deutschen Roten Kreuzes mittlerweile aus der Einkaufsstadt nicht mehr wegzudenken. Die Zeit, in der sich Menschen aus Scham nicht in den Laden getraut hätten, sei schon lange vorbei, bis zu 50 Kunden zähle sie an einem guten Tag.

„Bei uns gibt es nahezu alles, von den Füßen bis zum Kopf und vom Kopf wieder zurück zu den Füßen“, schwärmt die 48-jährige, die ihre Leidenschaft für das DRK-Vorzeigeprojekt nicht verbergen kann: „Ich bin schon ein wenig stolz darauf, was wir hier geschaffen haben.“ Das kann sie auch sein, hat sie doch gemeinsam mit ihren rund zehn ehrenamtlichen Kolleginnen bereits unzähligen Bedürftigen geholfen: „Ob Rentner oder alleinerziehende junge Mütter, heutzutage gibt es viele Menschen, die das Geld nicht mehr so haben.“

Jacken ab vier Euro, edle Mäntel für 20 Euro, sogar Bett- und Nachtwäsche sind zu haben - alles fein säuberlich vorsortiert, denn die Qualität muss stimmen. „Bei weitem nicht alles, was wir über Spenden oder aus den Altkleidercontainern bekommen, ist auch für den Verkauf geeignet“, sagt die Wolfhagerin. „Viele nutzen die Container als Mülleimer, von der ungewaschenen Unterwäsche bis zum Klappstuhl haben wir hier schon allerhand zu sehen bekommen.“

Qualitätskontrolle 

Die Ware müsse sauber und gepflegt sein, Löcher oder kaputte Reißverschlüsse seien nicht gewünscht. „Was unserer Qualitätskontrolle nicht standhält, wird von einem Dienstleister recycelt“, erklärt Schrottenbaum, die nicht nur Negativbeispiele in Sachen Qualität parat hat: „Vor einigen Jahren haben wir einen edel verarbeiteten Fellmantel bekommen und nach langem Überlegen mit 45 Euro ausgezeichnet.“ Ein grober Fehler, denn wie sich später herausgestellte, handelte es sich bei dem guten Stück um einen echten Nerz, und „der kostet normalerweise mehrere tausend Euro“. Ein Glückstreffer, der sich so schnell kaum wiederholen dürfte. Zumindest bei der Sommermode nicht, die schon jetzt im kleinen Lager auf wärmere Temperaturen wartet- aufgestapelt in unzähligen Körben bis unter die Decke.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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