Vogelzug: Die Buchfinken fliegen in Richtung Süden

Kleine im großen Trupp

Gut zu beobachten: Buchfinken machen sich in diesen Tagen in großen Schwärmen auf die Reise in den Süden. Foto: privat/nh

Schwalm. Der Vogelzug hat viele Gesichter, wer derzeit in den frühen Morgenstunden an Waldrändern, Baumreihen oder Hecken der Schwalm einige Minuten innehält, kann mit einiger Wahrscheinlichkeit ziehende Buchfinken entdecken, die in diesen Tagen auffallend häufig sind.

Oft kündigen sich die nur 30 oder 50 Meter hoch fliegenden Buchfinkentrupps durch ein weiches „jüb, jüb“ an. Diese Kontaktrufe dienen dem Schwarmzusammenhalt und sind daher regelmäßig zu hören. Die Urheber der Rufe sind etwa sperlingsgroß und unauffällig gefärbt, lediglich zwei breite weiße Flügelbinden lassen sich oft erkennen.

Die Schwarmgröße ist sehr variabel und kann nur drei bis fünf, manchmal aber auch mehr als 300 Finken umfassen. Meist sind es zehn bis 30 Vögel, die in lockerer Gemeinschaft in einem ungeordneten Trupp nach Südwesten fliegen.

Diese Flugrichtung wird von fast allen Zugvögeln in unserem Raum streng eingehalten, da so die Alpen und je nach Art anschließend auch das Mittelmeer umflogen werden. Eine Überquerung dieser Gebiete kann für alle kleinen Zugvögel schnell mit dem Tod enden, wenn zum Beispiel starker Gegenwind ein schnelles Weiterkommen behindert. Zwar ist der Buchfink mit bundesweit etwa zehn Millionen Brutpaaren ohnehin der häufigste Vogel in Deutschland – im Schwalm-Eder-Kreis kommen immerhin etwa 80 000 Paare vor – und ist daher in jedem Jahr einer der häufigsten Zugvögel. Dieser Herbst ist jedoch durch besonders große Schwärme der kleinen Finken gekennzeichnet.

Seit ein paar Tagen lässt sich ein sehr starker Zug beobachten, der in wenigen Stunden bis zu 10 000 ziehende Buchfinken umfasst. An der Südspitze Schwedens sind in den letzten vier Tagen allein etwa 900 000 Buchfinken nach Süden abgeflogen. In der kommenden Zeit werden diese Vögel auf ihrem Weg ins Winterquartier auch Nordhessen berühren. Gemeinsam mit den Buchfinken, aber in viel kleinerer Zahl, fliegen Wiesenpieper, Singdrosseln, Erlenzeisige, Bachstelzen oder Stare dem Winterquartier entgegen.

Wenn die morgendliche Zugphase abgeschlossen ist, fallen die Finken oft an abgeernteten Mais- und anderen Feldern zur Rast ein. Dort können sich Schwärme von mehreren hundert Vögeln bilden. Einzeltiere oder kleine Trupps rasten auch in Gärten und Parks –eine weitere Chance, auf die Buchfinken zu achten.

Von Stefan und Heinz Stübing

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare