Hephata-Kantorei führte am Samtag „Petite Messe solenelle“ von Rossini auf

Kleine Messe, viel Gefühl

Stimmgewaltig: Die Chor der Hephata-Kantorei und Solisten führten unter Leitung von Tabea Fuhr eine Messe von Rossini auf. Foto: Grebe

Treysa. „Lieber Gott, voilà, nun ist diese arme kleine Messe beendet. Ich wurde für die Opera buffa geboren, das weißt du wohl. Wenig Wissen, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“

Mit diesen Worten beendete Gioachino Rossini im Jahre 1863 sein Manuskript der „Petite Messe solenelle“. Am Samstagabend wurde die Messe von der Hephata-Kantorei in der bis auf den letzten Platz gefüllten Hephata-Kirche in Treysa unter der Leitung von Tabea Fuhr aufgeführt. Es war das Abschiedskonzert von Tabea Fuhr, die künftig ihr Referendariat in der Schule antreten wird

Mit eindringlicher Intensität und stimmlicher Homogenität (Kyrie-Rufe), fein abgestuften dynamischen Schattierungen und einem musikalischen Einfühlungsvermögen in die jeweilige textliche Situation (Lobpreis Gottes oder Kreuzigung Jesu) meisterte die Hephata-Kantorei vorzüglich die Aufgabe. Sowohl die begleiteten klangintensiven Teile als auch die anmutigen A-cappella-Passagen beherrschte der Chor bis auf kleine intonatorische Trübungen im „Hosanna“ bestens. Nach der leichtfüßig durch die Stimmen perlenden „Et vitam venturi saeculi“-Fuge mit ihren kontrapunktischen Umrankungen hätte sicher mancher Zuhörer gerne Beifall gespendet, doch wollte niemand den aufgebauten Spannungsbogen zerreißen.

Das Solistenquartett (Karola Pavone, Sopran; Sofia Pavone - Alt; Philip Farmand, Tenor und Alexander Schmitt, Bass) beeindruckte mit großer Ausdrucksstärke, zeichnete es sowohl das Opernhafte als auch die Seelenlage der Gläubigen nach. So wie beispielsweise das anrührende Sopransolo „O salutaris hostia“, das den Messtext um eine heute in der Liturgie nicht mehr verwendeten Hymnus erweiterte. Die Bassarie „Quoniam tu solus sanctus“ (Alexander Schmitt) war ein würdevoller Lobpreis an Gott. Philip Farmand brillierte in seiner Arie „Domine Deus“ – nicht nur bei den Spitzentönen, die freudig-hüpfende Klavierbegleitung (Jan Polívka) ließ den Opernkomponisten erahnen. „Qui tollis“, das von den Geschwistern Pavone gesungen wurde, war ein wundersam-homogenes Flehen um Erbarmen.

Und dann gab es noch die Reminiszenz an den guten alten Johann Sebastian Bach, als sich Rossini dazu entschloss, ein kontrapunktisch geprägtes „Prélude religieux“ für Klavier solo in die Messe zu integ-rieren – ein Ruhepol nach dem ergreifenden „Credo“.

Mit stehendem Applaus dankte das Publikum für die großartige Gesamtleistung von Hephata-Kantorei, Solisten und Instrumentalisten unter dem präzisen Dirigat von Tabea Fuhr.

Von Dorothea Grebe

Quelle: HNA

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