Bis Mitte März fünfmal so viele Anträge wie im Jahr 2015

Kleiner Waffenschein: Nachfrage explodiert

Schwalm-Eder. Der Schwalm-Eder-Kreis verzeichnet einen explosionsartigen Anstieg der Menschen, die sich mit Waffen ausrüsten wollen.

Bis Mitte März haben in diesem Jahr bereits 270 Menschen bei der Kreisverwaltung einen kleinen Waffenschein beantragt. Zum Vergleich: Im gesamten vorigen Jahr waren es 53 Anträge, 2014 sogar nur 40. Das teilte Stephan Bürger, Sprecher der Kreisverwaltung, auf HNA-Anfrage mit. „Wir haben zwar mit einem Anstieg gerechnet, dass die Nachfrage aber in solche Höhen steigt, hat uns überrascht“, sagt Bürger. Er vermutet, dass die starke Nachfrage in Zusammenhang mit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln steht. „Allerdings sehen wir für den Schwalm-Eder-Kreis keine geänderte Gefahrenlage, die eine solch große Nachfrage rechtfertigen würde.“

Dies bestätigte auch Polizeisprecher Markus Brettschneider. „Es gibt im Schwalm-Eder-Kreis keinerlei Auffälligkeiten. Die Sicherheitslage hat sich nicht verschlechtert“, machte Brettschneider deutlich.

Der Polizeisprecher rät davon ab, sich mit Pfefferspray oder Schreckschusswaffen auszustatten. Denn in Notsituationen könnte dies schnell ins Gegenteil umschlagen. „Das Problem ist, dass solche Waffen eine trügerische Sicherheit vermitteln. Man fühlt sich zwar erst einmal sicher. Doch in Notsituationen besteht immer die Gefahr, dass ein körperlich überlegener Täter dem Opfer diese Waffen entwendet und sie gegen es selbst einsetzt“, warnt Brettschneider.

Der Polizeisprecher rät verunsicherten Bürgern vielmehr, sich mit der Angst auseinanderzusetzen und zu versuchen, bedrohliche Situationen von vorn herein zu vermeiden. „Wenn ein Senior Angst hat, im Dunkeln überfallen zu werden, sollte er sich überlegen, dann eben nicht mehr im Dunkeln rauszugehen.“

Quelle: HNA

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