1267 erstmals erwähnt

Kleines Dorf ganz groß: Schönborn feiert sein 750-jähriges Bestehen

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Idyllische Lage: Schönborn liegt in einer kleinen Ebene, westlich des bewaldeten Gerstenberges. Aktuell zählt das Dorf 100 Einwohner, wesentlich mehr wurden nur kurz in der Nachkriegszeit (1946: 203 Einwohner) gezählt. 

Schönborn. Es ist auch als „Klein Magdeburg“ oder als Dorf der „Schönen Gockelhähne“ bekannt – das vermutlich, weil es so klein ist, dass man einen krähenden Hahn im ganzen Ort hören kann. Und wirklich, in Schönborn liegt alles in Sichtweite: 750 Jahre alt wird der Frielendorfer Ortsteil Schönborn.

1267 wird der Ort zwischen Obergrenzebach und Leimsfeld in einer Urkunde des Klosters Spieskappel erstmals „Sconenburnen“ erstmals urkundlich erwähnt. Bis 1971 war Schönborn eine eigenständige Gemeinde. Knapp sechs Straßen hat das Dorf, davon ist die Buchholzstraße die Hauptstraße. Sie macht ungefähr in der Mitte einen Knick – dort steht, fast zentral, das Backhäuschen, in dem heute noch gebacken wird.

Eine Kirche gibt es nicht mehr, die Gottesdienste besuchen die Schönborner überwiegend in Niedergrenzebach. Ein hölzerner Turm ordnet den Schönbornern den Tag, dessen Glocken läuten um sieben, elf und 18 Uhr. Seit 1856 werden die Schönborner nicht mehr in Niedergrenzebach begraben, sondern auf dem eigenen Friedhof am Ortsrand. Da, wo jetzt die große Dorflinde dem Spielplatz Schatten spendet, soll einst die alte Kapelle gestanden haben, berichten die beiden Dorfchronistinnen Anneliese Schmidt und Renate Blumenauer. Sie erzählen auch, dass auf dem Schönborner Spielplatz aktuell nur noch zwei Kinder spielen. Vis-à-vis, da wo jetzt das Dorfgemeinschaftshaus steht, stand einst die Schule. In der Zeit, in der die Leimsfelder Schule errichtet wurde und die Leimsfelder Kinder nach Schönborn mussten, war’s dort recht eng: Der Unterrichtsbetrieb musste im Schichtbetrieb stattfinden. Inzwischen besuchen die Schönborner Kinder die Kleeblatt-Schule mit Standorten in Niedergrenzebach, Leimsfeld und Obergrenzebach.

Nicht wegzudenken: Im Feuerlöschteich, „der Pettsch“, lernen die Schönborner seit Generationen das Schwimmen.

Eine Dorfkneipe gibt es in Schönborn seit 1971 nicht mehr. Die Schönborner sind aktiv in ihrem Schützenverein, es gibt Feuerwehrleute mit Feuerwehrhaus in der ehemaligen Schulscheune, eine Burschenschaft, die kürzlich die Kirmes wieder reaktivierte, und den noch recht jungen Heimatverein, der die Feierlichkeiten zum Dorfjubiläum organisiert.

Großes Festwochenende

Die Schönborner feiern vom 25. bis 28. Mai. Los geht es am Himmelfahrtstag mit einen Festgottesdienst ab 11 Uhr im Festzelt. Im Anschluss wird die Bilderausstellung eröffnet. Samstag gibt es ab 21 Uhr einen Tanz- und Partyabend. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten wird am Sonntag ab 11 Uhr die Festmeile sein. Erwartet werden 40 Aussteller. Es gibt Hubschrauberrundflüge, Darbietungen auf der Hessentagsbühne, Oldtimer-Traktoren, Schwälmer Stickerei und vieles mehr.

Auf dem Ruhebänkchen: In Schönborn sitzt man noch vor dem Haus. Hier sind das links Anneliese Schmidt und Renate Blumenauer. Die beiden arbeiteten an der Chronik.

Die Dorfchronik

Am Festwochenende wird auch die neue Dorfchronik vorgestellt. Der Band mit vielen Bildern auf 121 Seiten wurde in einer Auflage von 100 Stück gedruckt. Die Chronik ist für 15 Euro über das Festkomitee erhältlich.

Quelle: HNA

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