Speisen kommen künftig von außerhalb

Klinik-Küchen ab Januar 2020 dicht

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Noch wird gekocht: In der Wolfhager Klinik-Küche werden die Mahlzeiten für alle Stationen gekocht und verteilt. Im Foto Küchenchef Andreas Jeppe mit Mitarbeitern.

Wolfhager Land. Die Gesundheit Nordhessen (GNH) will im Januar 2020 die Küchen im Klinikum Kassel und den Krankenhäusern Wolfhagen, Hofgeismar und Bad Arolsen schließen.

Die Mahlzeiten für die Patienten werden künftig von verschiedenen externen Anbietern im Klinikum angeliefert und von einem Verteilzentrum auf alle Standorte verteilt. Das teilt die GNH auf Anfrage der HNA mit.

Derzeit sind im Gesamtkonzern 113 Vollzeitmitarbeiter in allen Küchen beschäftigt. „Durch die Umstellung werden 37 Vollzeitstellen weniger benötigt“, erklärt GNH-Sprecherin Gisa Stämm. Es gebe jedoch durch den Zukunftssicherungsvertrag der GNH keine Kündigungen. Die Mitarbeiter sollen möglichst an den jeweiligen Standorten unter dem Dach der Ökomed GmbH, die zum Konzern gehört, weiterbeschäftigt werden.

Für die Umstellung sind Investitionen von rund acht Millionen Euro erforderlich – für den Aufbau eines Verteilzentrums im Klinikum sowie für den Aufbau eines Speisenverteilsystems auf den Stationen in allen Krankenhäusern. Die Arbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen.

Die Stationen erhalten zu jeder Mahlzeit gekühlte Transportwagen, die direkt an eine sogenannte Dockingstation angeschlossen werden. Lediglich einzelne Komponenten wie Backwaren oder Kaffee werden noch vor Ort hinzugefügt. Die Speisen werden künftig mit einem neuen Garsystem, dem Sous-Vide-Verfahren, zubereitet. Die neue Technik solle sicherstellen, dass das Essen schmackhaft sei, die Nährstoffe weitestgehend erhalten blieben und hohe Transport- und Hygienestandards eingehalten würden. Hintergrund für die geplanten Neuerungen sei die Zukunftssicherung und der Erhalt von Arbeitsplätzen, erklärt Ökomed-Geschäftsführer Karsten Sokoll. Außerdem biete man Patienten durch die neue Methode Mahlzeiten mit hohem Nährstoffgehalt an.

Speisen werden auf Station erhitzt

Das Essen für die Patienten soll künftig portionsweise in Vakuumbeuteln vorgegart und auf den Stationen nur noch kurz erhitzt und dann serviert werden. Das international mit dem französischen Begriff Sous-vide bezeichnete Verfahren hat nichts mit Kochbeuteln für Reis oder Knödel zu tun, die jeder kennt. Die in einen Vakuumbeutel eingeschweißten Speisen werden mit maximal 85 Grad Celsius im Wasserbad oder Dampf gegart. Diese Methode sorgt dafür, dass Geschmack, Vitamine und Nährstoffe in den Speisen bleiben und nicht im Kochwasser landen. Wie die Küchen der Kliniken künftig genutzt werden, ist noch nicht geklärt.

Quelle: HNA

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