Kloster Haydau: Ehemaliges Wachhaus wird Hofladen

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Freuen sich über den Wiederaufbau des alten Wachhauses: von links Architekt Carsten Peters, Michael Hausch, bei B. Braun Geschäftsführer für alle Liegenschaften, Silvia Kann-Staudt, Projektleiterin der Baunataler Diakonie Kassel (bdks), Gartenarchitektin Regina Riedel, Armin Gutwald, Leiter des Geschäftsbereichs Arbeiten der bdks, Bauleiter Architekt Ulf Möller, Diplom-Ingenieur Lothar Fesch und Architekt Michael Kreter. Fotos: Schaake

Altmorschen. Weite Teile des neuen Bauern- und Küchengartens im Kloster Haydau sollen im Oktober fertig sein. Diesen Termin nannten Vertreter des Architekturbüros, des Unternehmens B. Braun und der Baunataler Diakonie Kassel in einem Gespräch mit der HNA.

Auf einer 30.000 Quadratmeter großen Fläche wird die regionale und traditionelle Gartenkultur wiederbelebt.

Etwa zwei Millionen Euro werden investiert. Zwölf neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung entstehen. Initiator des Projektes und Eigentümer des Geländes ist das Melsunger Unternehmen B. Braun.

Eines der Herzstücke des Bauern- und Küchengartens ist das aus dem Jahr 1843 stammende ehemalige Wachhaus der Domäne des Klosters Haydau. Es wird an der Landgrafenstraße unweit der Orangerie wieder aufgebaut und soll wie ein Hofladen des Küchengartens betrieben werden.

Einst stand das Wachhaus am Eingang des Domänenhofes. Es musste dem Bau des neuen Braun-Hotels Kloster Haydau weichen und war Stein für Stein abgebaut worden. Steinmetz Maik Hübenthal und Maurer Guido Schumann setzen nun die 477 Steine wieder zu einem Haus zusammen.

„Das macht Spaß“, sagt Architekt Michael Kreter, „weil es etwas ganz Besonderes ist und ganz selten vorkommt“. Zwar hatten alle Steine eine Nummer bekommen, aber nicht mehr alles ist lesbar. So müssen sich die Denkmalpfleger nun auch an der Farbe der Markierung orientieren. Die beiden Mitarbeiter des Waldkappler Unternehmens Fesch-Bau haben schon an den Mauern rund ums Kloster ihr Können bewiesen. Für sie ist es Routine, dass sie entweder im strömenden Regen oder in der sengenden Sonne stehen.

Absolut neu, sagt Diplom-Ingenieur Lothar Fesch, sei der Wiederaufbau eines solchen Gebäudes: „Eine ganz besondere Herausforderung. Das ist wie Puzzle legen.“ Das sei auch eine Denksportaufgabe, sagt Fesch, „wir lösen sie sehr gern“.

Im August soll der Dachstuhl auf das Gebäude gesetzt werden, Ende August soll es fertig sein. Das Wachhaus wird künftig ein reizvoller Verkaufsort sein, wie es Architekt Kreter formuliert. Hier wird es künftig auch Informationen zum Kloster sowie zum Bauern- und Küchengartengarten geben. Im Wachhaus sollen unter anderem Produkte aus dem künftigen Küchengarten angeboten werden - zum Beispiel Marmelade. Und Gartenarchitektin Regina Riedel ergänzt: „Hier wird der auf dem Radweg R 1 vorbeikommende Radler auch eine Flasche selbstgemachten Saft bekommen.“ Mit dem Bau der Gebäude für die Gärtnerei soll im August begonnen werden.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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