Die Klosterbühne Merxhausen ist seit 30 Jahren in der Theaterwelt unterwegs

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Die Geburtsstunde der Klosterspiele Merxhausen: Premiere von „Der Großmütige“ mit Konrad Ochse in der Hauptrolle, der im Jahr drauf Vorsitzender des Klosterspiele-Vereins wurde. Repro:zhf

Merxhausen. Wenn die Mitglieder der Klosterbühne Merxhausen kurz vor einer neue Spielzeit stehen, dann ist es wieder da, dieses ganz besondere Herzklopfen, das nur die Theaterwelt zu bieten hat. In diesem Jahr ist es vielleicht noch ein klein wenig besonderer, denn mit Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ startet der Verein in sein 30. Jubiläumsjahr.

Für Hildegard Brabsche Zeit zurückzublicken, war sie doch schon mit dabei, als 1983 zum 450-jährigen Bestehen des Hospitals mit „Der Großmütige“ das erste Stück aufgeführt wurde. „Eigentlich sollte es eine einmalige Sache sein“, erinnert sie sich an das historische Stück über Landgraf Philipp von Hessen. „Uns war damals aber schnell klar, dass wir weitermachen wollen“, sagt die damalige Unterrichtsschwester der Krankenpflegeschule mit einem Lächeln und bekommt noch heute Gänsehaut, wenn sie an die Premierenaufführungen mit großem Chor, Pferden und begeistertem Publikum denkt. Anders als heute sei vieles improvisiert gewesen. Einen eigenen Kostümfundus habe es noch nicht gegeben, die Tribüne sei gemietet und auch die Technik im Vergleich zu heute minimal gewesen. „Bei den Aufführungen war dennoch eine solch unbeschreibliche Freude dabei, dass es einfach weitergehen musste.“

Das sollte es dann schon im Jahr darauf, als der Verein Klosterspiele Merxhausen gegründet wurde und unter Vorsitz von Konrad Ochse schnell wuchs. Nach weiteren historischen Stücken wie „Bonifatius und die Donareiche und „Die Numburger Kleinbahn“ erweiterten die Theatermacher ihr Spektrum mit „Piroschka“, „Das Wirtshaus im Spessart“, „Das Haus in Montevideo“, „Kohlhiesels Töchter“ und anderen für ein breiteres Publikum, hinzu kamen Aufführungen für Kinder und Jugendliche.

Hinter den Kulissen

Ein weiterer Schritt in Richtung Professionalität: der Beginn einer Zusammenarbeit mit dem Wiener Schauspieler und Regisseur Günther Treptow, die bis heute währt. „Das hat uns 1992 einen großen Schritt nach vorn gebracht“, so Brabsche, die im selben Jahr aus gesundheitlichen Gründen das aktive Spielen aufgab und sich seitdem neben kleineren Auftritten zu Sondervorstellungen auf ihre Arbeit hinter den Kulissen konzentriert. Zunächst kümmerte sie sich um die Werbung, übernahm 1997 schließlich für zwölf Jahre den Vereinsvorsitz. „Dann war es an der Zeit, an die Jüngeren abzugeben, schließlich soll es ja auch langfristig weitergehen“, sagt sie und freut sich, in Sascha Merkel den idealen Nachfolger gefunden zu haben. „Er ist quasi auf der Bühne aufgewachsen, besser geht es nicht.“ Der Bühne ganz den Rücken zu kehren, das kommt für die Wolfhagerin aber nicht in Frage, dafür sei der Reiz der Theaterwelt für sie noch immer viel zu groß, inklusive Herzklopfen vor einer neuen Spielzeit.

Hintergrund

Vor langer Zeit haben die Klosterspiele Merxhausen ihre Liebe zu den Werken Astrid Lindgrens entdeckt. Zum 30-jährigen Vereinsjubiläum betritt nach Michel, Rasmus, Ronja Räubertochter und Kalle Blomquist auch ihre bekannteste Kinderbuchfigur, Pippi Langstrumpf, die Bühne. Premiere zum Sommertheatervergnügen ist am Samstag, 21. Juni, um 16 Uhr. Weitere Aufführungen: bis zum 20. Juli immer samstags und sonntags, ab 16 Uhr, außer am 5. und 19. Juli (Beginn: 20 Uhr). Weitere Aufführungen vom 23. August bis 7. September jeweils samstags (20 Uhr) und sonntags (16 Uhr). Karten kosten im Vorverkauf neun Euro (Jugendliche bis 16 Jahre: sechs Euro) und sind erhältlich bei der Tourist-Information in Bad Emstal, der Buchhandlung Mander in Wolfhagen sowie unter www.klosterspiele-merxhausen.de

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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