Hund, Katze, Pferd oder Vogel: Tiere haben viel Stress in der Silvesternacht

Knaller machen oft Angst

Tier mögen Silvester nicht: Wenn Herrchen und Frauchen Raketen kaufen, ahnt der Hund noch nichts Böses. Doch die Silvesternacht versetzt Haustiere Jahr für Jahr in Angst und Schrecken. Foto: Archiv

Wolfhager Land. Lissy frisst nicht, Lissy will nicht nach draußen, Lissy zittert den ganzen Tag: Wenn die ersten Silvesterböller krachen, wird die kleine weiße Hündin aus Wolfhagen zum Nervenbündel. Zweimal ist Lissy ihrem Frauchen Sieglinde Heinemann wegen eines lauten Knalls schon weggelaufen.

Wenn an Silvester Feuerwerksraketen und Böller explodieren, reagieren Tiere häufig panisch. Insbesondere Hunde und Katzen werden von den ungewohnten Geräuschen stark irritiert. Bei Kleintieren ist es weniger schlimm. Sie können problemlos in ihrem Käfig für die Zeit des Jahreswechsels in einen Raum gebracht werden, in dem man die Fenster abdunkeln kann. Um die Knallgeräusche zu mindern, sollte zusätzlich ein Tuch über den Käfig gedeckt werden. „Natürlich ist es auch für die Tiere ungewohnt, wenn der Tagesablauf um so viele Stunden verlängert wird wie an Silvester“, sagt Tierärztin Dr. Claudia Schlich aus Naumburg. Wenn man die Tiere früh genug abschottet, dann bekommen sie häufig gar nichts mit. „Gerade bei Vögeln muss man besonders vorsichtig sein, da die schnell einen Herzschlag bekommen, wenn sie sich erschrecken“, rät sie.

Katzen rein holen

Freigängerkatzen sollte man so früh wie möglich ins Haus holen und am Abend nicht mehr nach draußen lassen. Sensible Hunde vorsichtshalber am Silvestertag nur mit Leine ausführen und mit dem Spaziergang nicht erst bis zum Einbruch der Dunkelheit warten, rät Claudia Schlich.

Um die Knallerei zu übertönen, können Radio oder Fernseher eingeschaltet oder leise Musik gespielt werden.

Jutta Zyweck von der Tiernothilfe in Zierenberg rät Tierhaltern, für den Notfall pflanzliche Präparate wie Baldrian oder Bachblütentropfen bereitzuhalten. Hunde und Katzen, die draußen von einem Knall überrascht würden, könnten schlimmstenfalls weit weg laufen und die Orientierung verlieren. Sie habe es auch schon erlebt. dass eine Katze sich in ein Loch geflüchtet habe, aus dem sie allein nicht wieder herausgekommen sei.

„Bei Stalltieren ist die Problematik nicht ganz so groß“, sagt Tierarzt Georg Rode aus Oberweser. Häufig seien die Höfe außerhalb gelegen und deshalb von der Knallerei nicht betroffen.

Nicht vergessen werden sollten allerdings Pferde. Die reagieren besonders empfindlich auf die Licht- und Knalleffekte.

Licht anschalten

Hier empfiehlt der Tierarzt: In jedem Fall das Licht im Stall anschalten, wenn sich die Fenster nicht abdunkeln lassen. Aufleuchtende Raketen fallen dann weniger auf. Wer weiß, dass Pferdeställe in der Nachbarschaft sind, sollte zum Wohl der Tiere besser auf die Knallerei in nächster Nähe verzichten, rät Rode.

Um ihrer Hündin Lissy in diesem Jahr über die Silvestertage zu helfen, war Sieglinde Heinemann gestern beim Tierarzt. In diesem Jahr bekommt Lissy Beruhigungstropfen.

Quelle: HNA

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