Corinna Bachmann aus Melsungen ist die erste Hundefachwirtin in Nordhessen

So lernen Vierbeiner das Benehmen

+
Jede Hunderasse hat ihre speziellen Eigenheiten: Hundefachwirtin Corinna Bachmann sieht ihre Aufgabe vor allem in der Vorbeugung – damit es erst gar keine Probleme gibt.

Melsungen. „Sitz“, „Platz“ und „Steh“ sind die Kommandos, die ein wohlerzogener Hund kennen sollte, um sein Herrchen gefahrlos durch den Alltag begleiten zu können. Wer lernen möchte, wie man seinem Hund etwas beibringt, kann sich an einen Hundefachwirt wenden.

So einen wie Corinna Bachmann aus Melsungen, die die erste Hundefachwirtin in Nordhessen ist und eine von erst neun in Deutschland.

Sie leitet seit zehn Jahren eine Hundeschule in Melsungen und ist Mitglied im Berufsverband für Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV). Corinna Bachmann sieht ihre Aufgabe vor allem in der Vorbeugung, damit spätere Verhaltensprobleme der Hunde gar nicht erst entstehen. „Ich erziehe nicht die Hunde, sondern die Menschen“, erklärte die 35-Jährige. Ziel der Hundeschule sei es, den Besitzer so fachkundig zu machen, dass er von seinem Hund gefahrlos durch den Alltag begleitet werden könne.

Eine häufige Ursache für Probleme sieht sie in der unbedachten Auswahl der Hunderasse. Die meisten Hundehalter wollten einen Hund, der sie im Alltag begleitet und den sie überall mit hinnehmen könnten.

Oft würden aber Hunde gekauft, die eine zusätzliche Beschäftigung bräuchten. Wenn diese fehle, entwickelten sich Verhaltensprobleme, bei wachsendem Leidensdruck des Hundes auch bis zur Aggressivität. „Das Problem hat der Mensch, der Hund ist normal, seiner Rasse entsprechend“, erklärt die Hundefachwirtin.

Starkes Territorialverhalten

Beispielsweise habe die Hunderasse Australian Shepherd ein angeborenes, stark ausgeprägtes Territorialverhalten: „Wenn er dann in der Pubertät bei Besuch bellt und nach vorne hüpft, denken viele Hundebesitzer: Ach, der freut sich - bis zum ersten Biss.“

Der Besitzer müsse das Verhalten seines Hundes verstehen, als das, was es ist: in diesem Fall die Verteidigung des Reviers. Dieser Hund brauche neben einer passenden Erziehung vor allem die Möglichkeit, seine Beschützerinstinkte auszuleben, etwa mit der täglichen Bewachung des Gartens. „Das instinktive Verhalten kann man nicht wegerziehen“, meinte Bachmann. Ein Jagdhund behalte immer seinen Jagdtrieb und wenn er nicht jagdlich eingesetzt werde, könne man ihn beispielsweise mit Apportieren und Spurensuche sinnvoll beschäftigen.

Hundeführerschein

In ihrer Hundeschule können Hundebesitzer auch einen Hundeführerschein ablegen, um den Hund gut und sicher durch den Alltag zu lenken. Geübt wird mit dem Hund in unterschiedlichen Umgebungen, in der ruhigen Grünanlage ebenso sowie in der betriebsamen Stadt mit Lärm und Straßenverkehr. „Ich würde mir wünschen, dass Städte und Gemeinden einen Anreiz schafften, damit mehr Leute den Hundeführerschein machen“, sagte die Hundefachwirtin. Dann gäbe es mehr gut erzogene Hunde. „Das Verhalten aller Hundehalter fällt immer auf einen selbst zurück“- und das sei manchmal sehr ärgerlich.

Mehr dazu in der gedruckten HNA

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare