Kulturgeschichte 

Paradies für Vögel und Insekten: Knüllgebirgsverein hat seine Anlage herausgeputzt

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Auf dem Knüllköpfchen: von links Kurt Schury und Horst Seiler sind stolz auf das Insektenhotel.

Schwarzenborn. Wandern und Naturschutz hat sich der Knüllgebirgsverein (KGV) auf die Fahnen geschrieben, und das beginnt für die Wanderer direkt vor dem Vereinsheim. 

Dort, am Knüllköpfchen oberhalb von Schwarzenborn, haben die Wanderer in den vergangenen 15 Jahren nicht nur Räume zum Treffen und Tagen sowie ein Informationszentrum zur Landschafts- und Kulturgeschichte des Knülls und Archiv des 1884 gegründeten Knüllgebirgsvereins hergerichtet, sondern auch ein 2000 Quadratmeter großes Grundstück zu einem Kleinod für Vögel und Insekten werden lassen.

Davon können sich auch die Besucher überzeugen, wenn am Sonntag das Team der benachbarten Jausenstation und der Knüllgebirgsverein zum Jausen- und Sommerfest auf das Knüllköpfchen einladen.

Ein Insektenhotel, eine Streuobstwiese mit Walnuss, Kirsche, Birne und altdeutschen Apfelsorten, Beerensträucher für Vögel, Jostabeeren zum Naschen und eine lange Vogelschutzhecke haben die Mitglieder des Hauptvereins um Kurt Schury (Spieskappel) dort angepflanzt.

„Vor 15 Jahren war das hier noch alles kahl“, beschreibt Volker Siebert (Homberg) das Grundstück um die Antennenanlage und Bunker einer ehemaligen Anlage der nordatlantischen Streitkräfte. Seitdem hat sich dank des Engagements einzelner viel getan: Nicht nur die Silberdistel, das Wahrzeichen des Knüllgebirgsvereins, hat hier ein neues Zuhause gefunden.

Die passionierten Wanderer haben den ehemaligen Bunker mit Holz verkleidet, mit Küche und Toiletten ausgebaut und auch die nebenstehende Schutzhütte zu einem Schmuckstück werden lassen. Doch auch wenn Familien- und Gesundheitswandern im Trend liegt – „es wird immer schwieriger, Leute zu finden, die sich an den Arbeiten beteiligen wollen“, so Volker Siebert.

Einzelnen Wanderern, Gruppen und Vereinen bietet das mittlerweile einem riesigen Garten ähnelnde Grundstück Platz für Seminare, Feiern oder einfach nur zur Rast. Keine Frage, die Mitglieder sind stolz auf ihre Anlage. „Sie könnte gern noch mehr genutzt werden“, so Vorsitzender Kurz Schury.

Auch das von Willy Mönch (Grebenhagen) gepflegte Archiv mit Karten und Wanderführern, Jubiläumsschriften und Pressedokumenten steht der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Dort lässt sich nicht nur der Werdegang des Knüllgebirgsvereins, sondern auch die Landschafts- und Kulturgeschichte des Knülls nachvollziehen. Willy Mönch: „Viele wissen vielleicht gar nicht, was es hier oben alles gibt.“

Quelle: HNA

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