Knüllwald will Mehr-Generationen-Wohnpark: Schön sein reicht nicht

Knüllwald. „Die schöne Landschaft hilft uns nicht weiter“, die Worte von Projektentwickler Heinrich Bambey waren deutlich. Auch in der Gemeinde Knüllwald wird die Bevölkerung weniger und immer älter.

Das machte er in einer knapp einstündigen Sitzungsunterbrechung der Gemeindevertretersitzung in Remsfeld klar.

Bambey ist bundesweit als Projektentwickler für Altenhilfe-Wohnparks tätig. Bambey skizzierte, wie er sich ein Altenhilfe-Netzwerk-Knüllwald vorstellt. Ein möglicher Standort für diesen Mehr-Generationen-Wohnpark sei ein Teilbereich auf dem Gelände der ehemaligen Stuhlfabrik in zentraler Ortslage von Remsfeld (wir berichteten). Dabei setzt Bambey auf eine Koordinationsstelle, die bürgerschaftliches Engagement, Vereine, Kirchen, Seniorenwohnanlagen, Beratungsstellen, Pflege, Ärzte und Kliniken verknüpft. Und das alles in der direkten Nähe. „Wir brauchen wohnortnahe Versorgungsstrukturen mit differenzierten Angeboten.“ Das reiche von der Versorgung zu Hause über betreutes Wohnen mit Tagesbegegnungsstätten bis hin zu Pflege und Betreuung. Kein Pflegeheim Wichtig sei es, dass den künftigen Bewohnern verlässliche Qualitätsstandards geboten werden. So sei eine Seniorenwohnanlage kein Pflegeheim, sondern vor allem eine Wohnanlage. „Das Betreuungsangebot richtet sich ganz nach den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner“, sagte Bambey.

„Es ist nicht wichtig, wie alt man wird, sondern wie man alt wird.“ Heinrich Bambey

„Das sind Planer, die haben viel Phantasie. Doch noch ist alles Zukunftsmusik“, sagte Bürgermeister Jörg Müller. Es gehe noch lange nicht um Zimmergrößen und Hausnotrufdienste. „Jetzt geht es erstmal darum abzuklären, was wir wollen.“ Mit Blick auf die Entwicklung der Gemeinde sei es richtig und wichtig, seniorengerechtes Wohnen in Knüllwald voranzutreiben. Schrittweise könnte die Gemeinde ein solches Gebiet entwickeln. Dazu nötig sei aber Geld aus dem Stadtumbau West. „Wenn man es geschickt anstellt, dann fallen für die Gemeinde keine Kosten an“, sagte Gemeindevorsteher Jürgen Jurgilewitsch. Man müsse allerdings einen passenden Investor finden. Interessenten gebe es schon, fügte Bambey an. Das Startsignal setzten die Gemeindevertreter und bekamen dafür Applaus von den zahlreichen Zuhörern. Denn sie sprachen sich einstimmig für die Umnutzung der ehemaligen Stuhlfabrik aus. Nun sollen Investoren gefunden, die teils seit zwei Jahrzehnten leerstehenden Gebäude abgerissen und nach Betreibern für die Pflegeeinrichtung sowie das betreute Wohnen gesucht werden. (may)

Quelle: HNA

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