Amtsantritt am 1. J

Neuer Knüllwalder Bürgermeister Jürgen Roth im Interview: Viele Hürden vor dem Start

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Hat viel Arbeit vor sich: Jürgen Roth (UKW) hat am 1. Januar sein Amt als Bürgermeister der Gemeinde Knüllwald angetreten.

Knüllwald. Ende September haben die Knüllwalder Jürgen Roth zum neuen Bürgermeister gewählt. Erst am 1. januar trat er sein Amt an. Ein Interview.

Roths unterlegener Mitbewerber hatte Widerspruch gegen die Wahl eingelegt. Der ist nun vom Tisch, Jürgen Roth mit zweimonatiger Verspätung im Amt.

Sie mussten ungewöhnlich viele Hürden nehmen, bis Sie ihren Job antreten konnten. Hatten Sie zwischendurch nie aus lauter Groll das Handtuch werfen und verzichten wollen?

Jürgen Roth: Nein, ein Aufgeben kam nicht in Frage. Nie. Ich war und bin mir ja keiner Schuld bewusst. Aber natürlich hat mich der Widerspruch belastet. Aber es gab auch viele, die mir Zuspruch gaben, sagten, wie unwürdig dieser Einspruch sei. Das hat mir Mut gemacht.

Den brauchen Sie auch. Es wartet ja viel Arbeit auf Sie.

Roth: Ja, wir haben mit dem verspäteten Amtsantritt viel Zeit verloren. Die hätten wir dringend gebraucht, um so wichtige Dinge wie den Haushalt 2018 anzugehen. Der Widerspruch hat das verhindert – und den Mitarbeitern ungezählte Arbeitsstunden beschert.

Hat der Widerspruch denn der Gemeinde geschadet?

Roth: Das kann ich noch gar nicht sagen. Als ich vorige Woche das erste Mal ins Büro kam, lag eine dicke Mappe mit Post, Briefen, Anträgen, Schreiben auf meinem Schreibtisch. Ich habe diesen hohen Stapel immer noch nicht abgearbeitet, zumal viele Ansprechpartner zurzeit noch im Urlaub sind.

Aber Sie haben ja noch Mitarbeiter. Auch wenn die Sie nicht alle gewählt haben.

Roth: Nein, natürlich bin ich kein Einzelkämpfer. Und natürlich haben mich nicht alle Mitarbeiter gewählt, das ist logisch. Die Verwaltung ist ja ein Abbild der Gesellschaft: Die eine Hälfte hat mich gewählt, die andere nicht. Aber so ist das nun mal in einer Demokratie, man muss die Wahl von der Arbeit trennen.

Wie wollen Sie denn den Zweiflern beweisen, dass Sie der richtige Mann für das Bürgermeisteramt sind?

Roth: Indem ich einen guten Job mache. Ich arbeite ja nicht für die UKW (Unabhängigen Knüllwälder), sondern vielmehr für die Einwohner und damit fürs Gemeindewohl. Und genau das erwarte ich auch von meinen Mitarbeitern – dass nicht etwa ich im Rathaus im Mittelpunkt stehe, sondern vielmehr die Gemeinde Knüllwald.

Für die müssen Sie jetzt viel bewegen: Die Planung des Seniorenheims dümpelt vor sich hin, das Gewerbegebiet muss vorankommen, genau wie der Haushalt, mit dem Sie so in Verzug sind.

Roth: Ja, das sind alles große Baustellen, die wir jetzt dringend angehen müssen. Ich habe wirklich keine Langeweile im neuen Job.

Und Sie haben auch keine Mehrheit. Weder im Gemeindevorstand noch im Parlament. Wie wollen Sie die denn auf sich einschwören?

Roth: Indem ich Überzeugungsarbeit leiste. Ich werde gute und konsensfähige Vorlagen erarbeiten, damit alle Politiker den gleichen Wissens- und Entscheidungsstand haben.

Und ich habe bereits allen Fraktionen die Hand gereicht und betont, dass ich immer und zu allen Themen gesprächsbereit bin.

Um dieses Angebot anzunehmen, muss so mancher über seinen Schatten springen.

Roth: Das klingt schlimmer als es ist, es tut absolut nicht weh. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Ich bin nämlich schon gesprungen, als ich das Angebot gemacht habe. Zu dem stehe ich auch weiter.

Quelle: HNA

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