Knüllwaldschänke wird im Hessenpark im Taunus wieder aufgebaut

Ein historisches Bild der Klause.

Remsfeld/Neu-Anspach. 38 Jahre Warten haben ein Ende: Bald kann im Remsfelder Gasthaus Martinsklause wieder gefeiert werden wie einst. Allerdings nicht in Remsfeld, sondern im Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach. Dort wird das Gasthaus wieder aufgebaut.

1974 wurde sie an ihrem Standort zerlegt, dann im Hessenpark aufbewahrt - mit dem Ziel, sie wieder aufzubauen. Noch sind es nur ein paar Hölzer und Steine, die an die Martinsklause erinnern. Doch schon der 40. Geburtstag des Hessenparks soll unter anderem in der Martinsklause gefeiert werden. Klar, dass es sich da einige Remsfelder kürzlich nicht nehmen ließen, beim ersten Spatenstich für den Bau dabei zu sein.

"Wir haben lange auf diesen Tag gewartet", sagt Jürgen Jurgilewitsch vom Remsfelder Heimat- und Geschichtsverein. Gemeinsam arbeitete der Verein mit dem Hessenpark-Team in den vergangenen Jahren daran, Informationen und Material rund um die Martinsklause zu sammeln.

Ein Stück Remsfeld entsteht

"Das Bemühen des Hessenparks, ein Höchstmaß an Authentizität sicherzustellen, ist beeindruckend", sagt Jurgilewitsch. "Es entsteht dort ein Stück Remsfeld", fügt er an. Denn die Schänke soll so werden, wie sie die ältesten Remsfelder noch in Erinnerung haben. "Mit Wandmalereien, einem großen Tanzsaal, einer Musikbox mit Liedern aus den fünfziger Jahren und selbst auf der Speisekarte sollen die Gerichte stehen, die man damals auf der Karte hatte."

Die Martinsklause sei eine tolle Ergänzung für den Park, weiß Jurgilewitsch. In dem historischen Gebäude soll es ein täglich geöffnetes gastronomisches Angebot geben. Die Gäste werden dann auf Nachbauten der Originalstühle der Martinsklause sitzen. Die Baugruppe Nordhessen werde dadurch an Bedeutung gewinnen, habe auch der Geschäftsführer des Hessenparks, Jens Schaller, gesagt.

Nicht nur für den Hessenpark, auch für die Remsfelder hat die Schänke einen besonderen Wert. "Damit sind viele Erinnerungen verbunden, zum Beispiel an die Saalkirmes", sagt Jurgilewitsch. Daher habe es vor 38 Jahren auch eine Bürgerinitiative gegen den Abriss gegeben. "Um so schöner ist es jetzt, dass es sie wieder geben wird und dann auch noch an einer so prominenten Stelle", sagt Jurgilewitsch. Auch, wenn nicht jeder Pflasterstein in den Taunus kommt", sagte Jurgilewitsch mit Anspielung darauf, dass Projektleiter Dr. Ralf Nitschke gerne auch die Pflastersteine, die noch in Remsfeld vor dem einstigen Martinsklause-Standort liegen, im Hessenpark hätte. Doch dagegen haben sich die Remsfelder ausgesprochen. "Wir sind froh, dass wir diesen Tag überhaupt noch miterleben dürfen", sagte Ortsvorsteher Karl-Heinz Steuerwald. Wie groß die Freude in Remsfeld ist, zeigt wohl auch, dass der Männergesangverein des Dorfes eigens drei Lieder einstudiert hatte und diese auf dem Gelände, auf dem bald die Baumaschinen anrollen, vortrug.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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