Köhlerfest mit Erdmeiler im Jesberger Wald war Treffpunkt für viele Besucher

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Er traute sich was: Constantin Pause nahm die Schleiereule auf den Arm.

Jesberg. Es war eine Völkerwanderung zum Köhlerfest am Diebelsborn im Waldgebiet zwischen Hundshausen und Sebbeterode. Mit Bulldog, Fahrrad und sogar der Pferdekutsche reisten die Menschen zum Meiler, der schon seit Tagen kokelte.

Dafür hatten die Männer Tage vorher 20 Meter gespaltenes Buchenholz aufgestellt, mit Erde abgedeckt und es vor 14 Tagen angezündet. Rund um die Uhr bewachten sie das Feuer. An der Farbe des Rauches, der durch die Luftlöcher des Meilers entweicht, könne man den Fortschritt des Meilers erkennen, erklärte die Vorsitzende Kerstin Zülch. Wenn er blau ist, werde der Meiler geöffnet und die Holzkohle kann geerntet werden. Die Köhler hätten mittlerweile viel Routine und Erfahrung, daher steige der Ertrag seit Jahren, berichtete sie.

Köhler in der Schule

Sie übernahm das Amt von Vater Norbert Gepperth und gilt seitdem als einzige Köhlerin Deutschlands. „Wir wollten das alte Brauchtum pflegen und erhalten und an unsere Kinder weitergeben, so gründeten wir den Verein“, sagte sie. Der habe mittlerweile einige Jungköhler. Seit diesem Schuljahr unterrichtet sie in der Kellerwaldschule in Jesberg alle 14 Tage eine Arbeitsgemeinschaft mit sechs Jungen, die das Köhlerhandwerk erlernen wollen.“ Der Verein hat mittlerweile 56 Köhler. Die holländischen Kollegen besuchten die Jesberger Köhler. Sportliches Highlight war die Waldolympiade.

Die Mannschaften luden einen Raummeter Holz auf eine Karre und zogen sie mit sechs Personen im morastigen Gelände über eine vorgeschriebene Strecke, sägten Holzstämme und traten im Armdrücken an. Sascha Passinger, Falkner aus Rockenberg bei Giessen, präsentierte den Zuschauern Greifvögel aus der Region. Mutige setzten sich eine Schleiereule oder einen Turmfalken auf den Arm.

von Peter Büchling

Quelle: HNA

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