DRK-Ortsverein 

Aktion "Körle schockt" soll Leben retten: Spenden für Defibrillatoren

Körle. Wenn der Herzschlag aus dem Takt gerät, zählt jede Minute. Ein Defibrillator kann Leben retten. In Körle gibt es bisher keinen, der frei zugänglich ist. Das soll sich ändern.

Der DRK-Ortsverein Körle/Guxhagen startet deshalb die Aktion „Körle schockt“. 12.000 Euro will der Ortsverein bei den Körler Geschäftsleuten, Vereinen und Einwohnern sammeln, um Defibrillatoren anzuschaffen, die von Laien bedient werden können. Je ein Schockgeber soll in den drei Ortsteilen angebracht werden, drei in der Kerngemeinde.

In allen benachbarten Gemeinden gebe es bereits frei zugängliche Defibrillatoren, sagt der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Michael Oetzel. „Was das angeht, ist Körle noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Das wollen wir ändern.“ Mithilfe von Spenden könnte dies geschehen, ohne dass es die kleine Gemeinde finanziell belasten würde. Etwa 1500 Euro kostet ein solcher automatisierter externer Defibrillator (AED). Hinzu kommen die Kosten für die Aufbewahrung, also einen Schrank, der zum Beispiel an einem Gebäude im Ort angebracht wird.

Jeder kann die Defibrillatoren bedienen – auch ohne Erste-Hilfe-Kurs

In den Ortsteilen Wagenfurth, Empfershausen und Lobenhausen könnten die lebensrettenden Geräte beispielsweise bei den Dorfgemeinschaftshäusern installiert werden, sagt Oetzel. In der Kerngemeinde biete sich als Standort zum Beispiel der Vorraum des Bankgebäudes an, das im neuen Ortszentrum gebaut werden soll. 

Auch in der Nähe des Sportplatzes sollte ein AED angebracht werden. Denn gerade bei sportlicher Betätigung komme es immer wieder zu medizinischen Zwischenfällen, sagt Michael Hillmann, der seit 21 Jahren im Rettungsdienst tätig ist. Auch auf dem Körler Sportplatz habe ein Sportler schon einmal eine Herzattacke erlitten. „Das ging Gott sei Dank gut aus.“ Die Defibrillatoren, die angeschafft werden sollen, können von jedem bedient werden, auch wenn der jüngste Erste-Hilfe-Kurs 30 oder 40 Jahre zurückliegt, sagt Michael Hillmann. Eine Stimme sagt genau an, was wann zu tun ist (Artikel rechts).

Mit jeder Minute sinkt im Notfall die Überlebenschance

„Wir müssen aber nicht nur für die Geräte werben, sondern vor allem auch dafür, dass sie im Notfall benutzt werden.“ Niemand müsse Hemmungen haben, einen AED zu benutzen. „Man kann nichts falsch machen. Nur nichts zu tun, ist falsch“, sagt Hillmann. Mit dem AED kann Kammerflimmern des Herzens beendet und der plötzliche Herztod verhindert werden.

„Mit jeder Minute, die bis zum ersten Defibrillationsschock vergeht, sinken die Überlebenschancen des Patienten um zehn Prozent.“ Selbst, wenn man sofort den Rettungsdienst alarmiere, vergingen wertvolle Minuten, bis Hilfe vor Ort sei. „Und der Rettungsdienst kann noch so toll sein, die ersten fünf Minuten sind entscheidend.“

Der Auftakt zur Aktion „Körle schockt“ findet am Samstag, 14. April, ab 11 Uhr in der Fahrzeughalle des Katastrophenschutz-Betreuungszuges am Hilgenweg gegenüber dem Bahnhof statt. Der DRK-Ortsverein wird auch Fahrzeuge und Ausrüstung des Zuges präsentieren. Für Kinder gibt es eine Hüpfburg. Die DRK-Verpflegungsgruppe sorgt für Essen und Getränke.

Patient darf währenddessen nicht berührt werden

Die automatisierten externen Defibrillatoren (AED) sind so konzipiert, dass sie von Laien ohne Probleme bedient werden können. Über eine Sprachsteuerung gibt das Gerät genaue Schritt-für-Schritt-Anweisungen. Der AED hat zwei Knöpfe, einer davon ist der An- und Ausschalter. Nach dem Anschalten sagt das Gerät, dass man Ruhe bewahren und das Bewusstsein des Patienten prüfen soll. Das Gerät ist mit Elektroden verbunden, die auf den entblößten Oberkörper des Patienten geklebt werden. Der Defibrillator erkennt nach dem Aufkleben, ob Kammerflimmern vorliegt oder nicht. Bei Kammerflimmern empfiehlt er, einen Elektrostoß abzugeben – dieser wird mit dem zweiten Knopf ausgelöst. Währenddessen darf der Patient nicht berührt werden. 

Lebensgefährliche Herzrhythmusstörung

Der plötzliche Herztod ist die häufigste Todesursache in Deutschland. Er ist in den meisten Fällen die Folge von Kammerflimmern, einer lebensgefährlichen Herzrhythmusstörung. Beim Kammerflimmern pumpt das Herz plötzlich kein Blut mehr. Das Gehirn wird während des Kammerflimmerns nicht mit Sauerstoff versorgt. In jeder Minute ohne Sauerstoff sterben Millionen von Gehirnzellen ab. Ein Kammerflimmern unterbrechen kann nur ein Elektroschock, der von einem Defibrillator abgegeben wird. Auch wenn ein Defibrillator zur Verfügung steht, muss bei dem Patienten schnellstmöglich eine Herzdruckmassage vorgenommen werden, um zumindest einen minimalen Blutfluss zum Gehirn zu gewährleisten. Während des Elektroschocks muss die Massage unterbrochen werden, muss danach aber fortgesetzt werden. 

Quelle: HNA

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