Keine Alternative zur Treppe

Körler Bahnhof in schlechtem Zustand: Ausstieg für Gehbehinderte unmöglich

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Steile Rampe: Der Bahnhof in Körle stellt für Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, ein echtes Problem da. CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Greiner zeigt auf die Rampe, die zur Unterführung führt. 

Körle. Der Körler Bahnhof stellt für manche Fahrgäste ein echtes Problem dar.

Denn der Bahnhof ist nicht komplett barrierefrei. Ein Unding, findet CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Greiner. Wer gar in einem Rollstuhl unterwegs ist, muss Umwege in Kauf nehmen.

Ein älterer Mann aus Körle, der auf einen Sitzrollator angewiesen ist, fährt regelmäßig mit dem Zug nach Kassel zum Arzt, erzählt Greiner. „Wenn er aus Kassel zurückfährt, dann kann er aber in Körle gar nicht aussteigen, sondern fährt weiter bis nach Melsungen, um von dort mit dem Zug wieder nach Körle zu fahren.“ Denn, wer aus Kassel kommt und in Körle aussteigt, muss durch eine Unterführung, um in den Ort zu gelangen.

Das Problem: Zur Unterführung geht es eine Treppe hinab, alternativ gibt es eine Rampe. Die ist allerdings dermaßen steil, dass sie weder ein Rollstuhlfahrer noch ein Senior mit Rollator hoch oder herunter fahren könnte. „Bestenfalls kann eine Mutter dort einen Kinderwagen hochschieben“, ärgert sich Greiner. „Es kann doch nicht sein, dass ein Fahrgast extra einen Umweg fahren muss, um auf der anderen Seite der Gleise aussteigen zu können.“ Denn nur diese Fahrbahnseite ist barrierefrei. In anderen Orten seien die Bahnhöfe auch saniert worden, „nur hier tut sich nichts. Und dabei zahlen wir ja auch nicht weniger für unsere Fahrkarten“, sagt Greiner, der selbst viel mit dem Zug unterwegs ist.

Vor etwa zwei Jahren hatte die Bahn durch eine neue Asphaltdecke einige Unebenheiten am Bahnhof ausgebessert, „aber seitdem ist wieder Stillstand“. Mit einem Antrag in der Gemeindevertretersitzung am 18. Dezember will die CDU die Sanierung des Bahnhofs vorantreiben. „Schließlich at die Bahn angekündigt, in diesem und kommendem Jahr 500 Millionen Euro zusätzlich in die Modernisierung von Bahnhöfen und Eisenbahnbrücken zu stecken“, sagt Greiner.

Auch sonst befinde sich der Bahnhof in einem schlechten Zustand, meint Greiner. Die Wartehäuschen sind völlig veraltet, Randsteine an den Gleisen teils verfallen. „Hinzu kommt, dass das Halteschild in Fahrtrichtung Melsungen viel zu weit vorne ist“, sagt Greiner. Die Regiotram halte dadurch viel zu weit vorn und die Fahrgäste müssten zurücklaufen, um zur Unterführung zu kommen. „Eine Kleinigkeit, die eigentlich schnell behoben werden könnte.“

Quelle: HNA

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