Alte Gebäude sind zu klein

Körler Feuerwehr will Neubau: Kein Platz für Fahrzeug

Aus zwei mach eins: Die Einsatzabteilungen Wagenfurth (links) und Körle (rechts) könnten an einem neuen Standort zusammengelegt werden, so der Vorschlag der Feuerwehr. Fotos:  Féaux de Lacroix

Körle. Auf dem ehemaligen Kläranlagengelände in Körle könnte ein neues Gebäude für die Feuerwehr entstehen - das zumindest ist der Vorschlag der Feuerwehren im Ort.

Am neuen Standort, so die Idee, könnten die Einsatzabteilungen aus Körle und Wagenfurth zusammengelegt werden.

So steht es im Entwurf des Bedarfs- und Entwicklungsplans der Feuerwehr für 2015, berichtete Bürgermeister Mario Gerhold jetzt in der Gemeindevertretersitzung.

Hintergrund ist, dass in den jetzigen Feuerwehrgebäuden in Körle und Wagenfurth Platzprobleme drohen.

Unfallkasse und technischer Prüfdienst hatten die engen Verhältnisse im Feuerwehrhaus in Wagenfurth als schwerwiegend beurteilt. Vor kurzem wurde dort ein neuer Gerätewagen Logistik (GW-L) in Betrieb genommen, der nur noch knapp in die vorhandene Garage passt. Zudem ist die Umkleide der Feuerwehrleute so klein, dass sie ihre Schutzkleidung zum Teil ebenfalls in der Garage aufhängen müssen. Ein sicheres Manövrieren in der Garage ist daher nur noch schwer möglich.

Auch das Feuerwehrhaus in Körle stößt bald an seine Grenzen: Das neue Löschfahrzeug, das 2018 dort angeschafft werden muss, wird kaum auf den vorgesehenen Stellplatz passen. „Es besteht kein Zweifel, dass wir an dieses Problem ran müssen“, sagte Gerhold.

2,5 Millionen Euro würde der vorgeschlagene Neubau nach jetzigen Schätzungen kosten. Angesichts dieser finanziellen Größenordnung müsse man aber auch alle Alternativen zu einem Neubau prüfen, sagte Gerhold. Möglicherweise sei es auch eine Option, die bestehenden Gebäude zu erweitern, um Platz für die Fahrzeuge zu schaffen. Erst wenn diese Alternativen geprüft seien, könne die Gemeindevertretung den neuen Bedarfs- und Entwicklungsplan beschließen.

„Das Thema muss zeitnah behandelt werden“, forderte indes Joachim Gebauer (CDU) in der Gemeindevertretersitzung. „Wir müssen die Sicherheit unserer Bewohner gewährleisten.“ Dazu gehöre auch, zu garantieren, dass die Feuerwehr im Notfall rechtzeitig vor Ort sei - und deshalb müsse man die nötigen Fahrzeuge und Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.

Aus Sicht der Körler Feuerwehr ist ein Neubau für die Einsatzabteilungen Körle und Wagenfurth die beste Lösung für die drohenden Platzprobleme. Die Erweiterungsmöglichkeiten an den bestehenden Gebäuden seien begrenzt, sagt Gemeindebrandinspektor Jens Schenkluhn. Eine Zusammenlegung aller drei Einsatzabteilungen in der Gemeinde Körle - also auch der aus Empfershausen - sei nicht sinnvoll, da Hilfsfristen aufgrund der Entfernung dann möglicherweise nicht mehr eingehalten werden könnten. Bei Körle und Wagenfurth biete sich aufgrund der räumlichen Nähe der beiden Ortsteile aber die Zusammenlegung an. „Das Mein-Feuer, Dein-Feuer-Denken gibt es ohnehin nicht mehr“, sagt er. Schenkluhn hofft, dass der Bedarfs- und Entwicklungsplan noch vor der Sommerpause verabschiedet wird. Denn wenn man für den Neubau Fördergeld beantragen wollte, müsse ein entsprechender Antrag bis zum 1. September dem Kreisbrandinspektor vorliegen, erklärt er. Voraussetzung für einen Förderantrag sei aber, dass das Bauvorhaben auch im Bedarfs- und Entwicklungsplan Erwähnung finde. (jul)

Zum Hintergrund:

Nicht nur in Körle droht Platzmangel in den Feuerwehrgebäuden - auch in anderen Kommunen im Landkreis besteht dieses Problem, sagt Kreisbrandinspektor Torsten Hertel. Gerade Gebäude, die Anfang der 1970er-Jahre gebaut wurden, hätten oft nicht die heute erforderliche Größe. „Heute haben die Eingangstore standardmäßig eine Höhe von vier Metern, dass war damals noch nicht üblich“, sagt Hertel. Dass Feuerwehrfahrzeuge heute deutlich größer seien als früher, liegt unter anderem an den neuen Aufgabenbereichen der Feuerwehr: Für Technische Hilfeleistung etwa brauche man mehr Geräte und damit mehr Platz im Fahrzeug als allein für das Löschen von Bränden.

Quelle: HNA

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