Künftig gibt es einen Pflegeplan

Körle: Nabu-Ortsverein kritisiert Heckenschnitt

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Radikale Rasur: Gottfried Maßmann (links) und Hans Joachim Hühner vom Nabu-Ortsverein Körle kritisieren den Heckenschnitt durch die Gemeinde.

Körle. Heckenschnitt ist wichtig, das wissen natürlich die Mitglieder des Nabu-Ortsvereins Körle. Aber es sei eine Frage des Wie, sagt Naturschützer Gottfried Maßmann und Vorstandsmitglied. Er kann über den Heckenschnitt in einigen Bereichen rund um das Dorf nur den Kopf schütteln.

Zum Beispiel an der Trockenen Mülmisch. Da wurden kürzlich Weiden, Weißdorn- und Holunderbüsche kahl rasiert. „Dabei kommt das Wort Hecke von hegen, beschützen“, ergänzt Hans Joachim Hühner, ebenfalls beim Nabu aktiv und sauer über den Heckenschnitt im Auftrag der Gemeinde.

Auch in der Verlängerung der Straße Am Stein hätten Hasen und Rehe ihren Zufluchtsort und Insekten und andere Tiere ihren Lebensraum verloren. Dort stand die Hainbuchen- und Holunderhecke unterhalb eines Ackers – jetzt stehen dort nur noch ein Baum und wenige Zweige. „Das ist ein Verbrechen an der Natur“, schimpft Hühner, „denn die Büsche haben dort niemanden gestört.“ 

Hecken müssen regelmäßig beschnitten werden. Egal, ob sie auf kommunalem oder privatem Grund stehen. Ansonsten drohen sie zu vergreisen: Sie produzieren dann weniger Laub und weniger Früchte und bieten somit weniger Tieren attraktiven Lebensraum. Es sei wichtig, so genannte Fenster aus den Hecken zu schneiden, also Abschnitte, die sich innerhalb von zehn, 15 Jahren wieder erneuern können.

Pflegeplan im Herbst

„Wir haben nach dem letzten Heckenschnitt Verbesserungsbedarf erkannt“, sagt Bürgermeister Mario Gerhold. Künftig werde es im Herbst einen Pflegeplan geben, in dem sich Landwirte und Naturschützer auf die zu schneidenden Bereiche festlegen – schriftlich. Bislang gab es diese Vereinbarungen nur mündlich. „Zuweilen gibt es auch eine Diskrepanz zwischen beiden Gruppen“, sagt Gerhold weiter, „wie viel Heckenschnitt sein muss.“ Klar ist für ihn: Es müsse sich auch lohnen, schließlich werde ein Lohnunternehmen für ein, zwei Tage beauftragt.

Fakt ist aber auch, dass manche Hecken rund um Körle nicht gepflegt beschnitten, sondern willkürlich zerrupft aussehen, etwa unterhalb der Straße Am Roth. Ein Vorteil des Heckenschnitts liegt für Bürgermeister Gerhold auch darin, die Gräben freizuhalten. Bei einem Starkregen könnten zugewachsene Gräben Schäden verursachen.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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