Einfach Steffi, Richie XXS und Senay Duzcu traten im Schützenhaus auf

Komik im Dreierpack

Standen gemeinsam auf der Bühne: Senay Duzcu, Richie XXS und Einfach Steffi (von links) boten am Freitagabend vor knapp 90 Gästen im Schützenhaus Leimsfeld ein lebhaftes und kurzweiliges Comedy-Programm an. Foto: Rose

Leimsfeld. Gleich drei Komiker – neudeutsch Comedians – gaben sich am Freitagabend die Ehre im Schützenhaus Leimsfeld. Bei Comedy im Schützenhaus, kurz CIS, stürmten Senay Duzcu, Richie XXS und die Schwälmerin Einfach Steffi die Bühne. Knapp 90 Gäste lauschten und lachten sich über das Trio kaputt. Steffi hatte ihre beiden Kollegen, Senay aus Duisburg und Richie aus dem Westerwald, für den gemeinsamen Auftritt gewinnen können.

Und die Mischung stimmte: Von Liederzyklus „Lieder, die der Mensch nicht braucht“ über die Heimsuchung der türkischen Verwandtschaft bis hin zu neuesten technischen Errungenschaften – die Drei persiflierten, übertrieben und spielten gekonnt mit Klischees, so dass es den Gästen schon nach wenigen Minuten vor Lachen die Tränen in die Augen trieb.

Steffi, die den Abend locker moderierte, sinnierte unter anderem über die Neuheiten der Internationalen Funkausstellung: Quasi vom Volksempfänger zur Kaffeemaschine mit Internetzugang. „Die Frage des Filters ist ja dann auch klar - Spamfilter“, überlegte die Schwälmerin. Wenn Waschmaschinen jedoch künftig surfen könnten, brauche man für die Reparatur einen IT-Spezialisten: „Und der baut am besten eine Fire-Wall ein.“ Auch Kollege Richie XXS jonglierte mit Wortspielereien. „Ich kann sagen, ich tanke immer unter 1,70“, plauderte er munter drauflos. Er könne schließlich nicht behaupten, dass seine Eltern ihn groß gezogen hätten. „Bei 1,65 Meter.“ Und weil die „Mitleidsnummer immer funktioniert“, sang er das zu Herzen gehende Lied von der Schraube, die keine Mutter mehr hat - aber neuen Halt bei einem Fischer-Dübel fand.

Mitleid hatte der Comedian auch für seine Ukulele: „Ich darf nicht zu schnell spielen, sonst kriegt die Saitenstechen.“ Dabei gab Richie zu: „Ich hätte eigentlich Rockmusiker werden wollen, aber Hosen stehen mir doch besser.“

Senay Duzcu hielt den Gästen auf humorvolle Art den Spiegel vor und labte sich an den Vorurteilen über Deutsche und Türken. „In mir schlummern beide Seelen“, verriet sie. „Die Türkin in mir liebt Glitzer und Kitsch, die Deutsche lästerte darüber. Die Türkin in mir kommt zu spät zur Arbeit, die Deutsche macht pünktlich Feierabend.“ Auch die liebe Verwandtschaft bekam ihr Fett weg. „Meine Tante knutscht zur Begrüßung wie ein Staubsauger. Alles, was sie knutscht, verschwindet: Ohrringe, Muttermale, zuletzt sogar ihr Mann.“

Schräg und unterhaltsam

Auf ihren Reisen lernte die Komikerin auch Mecklenburg-Vorpommern kennen: „Weil es dort kein Verwandten gab, kaufte ich mir Schminke, zog kurze Röcke und ein bauchfreies Top an. Dabei habe ich festgestellt, dass billig aussehen ganz schön teuer ist.“ In kleinen Dörfern traf sie jedoch auch „echte Nazis, die Türken hassen“. „Das habe ich nicht verstanden – da gab es weder Türken, noch Arbeitsplätze, die man den Deutschen hätte wegnehmen können.“ Die Gäste im Schützenhaus erlebten einen kurzweiligen, unterhaltsamen und bisweilen schrägen Comedy-Abend, bei dem eines garantiert war: Lachen. (zsr)

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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