Theaterabende in Trutzhain: Zwölf Laienschauspieler brachten Schwank auf die Bühne

Komik und kuriose Köpfe

Herrenrunde: Friedrich Sperlich (links) brillierte als versoffener und rustikaler Viehhändler Pius. Norbert Braun ging in der Rolle des Fetthändlers Schmotz-Sepp auf. Fotos: Rose

Trutzhain. „So viel Krach in einer Nacht“ - so lautete der Titel der neuesten Theaterproduktion der Trutzhainer Bühne. Am Wochenende brachten zwölf Hobbyakteure den gleichnamigen Schwank von Bernd Gombold auf die Bühne des Trutzhainer Dorfgemeinschaftshauses.

Bei deftigen Späßen in rustikalem Ambiente amüsierten sich an den beiden Abenden knapp 400 Gäste. Bewirtet wurden sie in bewährter Weise von den Helfern des TSV Trutzhain.

Der Vorhang hob sich zu mehr als zwei Stunden vergnüglichem Wechselspiel: In ländlicher Idylle im Gasthaus „Zur goldenen Gans“ trafen sich an einem Sonntagmorgen allerlei kuriose Charaktere. Allen voran der kauzige Opa Alfons – mit Charme und Spielwitz dargestellt von Karl-Heinz Gutheil – der so manche Begegnung mit Augenzwinkern und bösem Wortwitz kommentierte. Perfekte Vorlagen lieferten die naive, recht grobe Magd Vroni (Carina Lumbe) und der debile Knecht Martin, herrlich überzogen gespielt von Michael Sperlich. Für Wirbel in der Gaststätte sorgte Pensionsgast Joschi, dem Armin Teuchler im Strickpullover und mit Nickelbrille Leben einhauchte. Als der nämlich die Damen des Dorfes zu einer Gesundheitswoche überredet, wittern die Herren – Landwirt Gustel (Ralph Göbel), Viehhändler Pius (Friedrich Sperlich) und der Mesner Peter (Otmar Heidenreich) – sturmfreie Bude.

Bizarre Persönlichkeiten

Die bizarren Persönlichkeiten und deutlich überzeichnete Charaktere kamen beim Publikum bestens an. Heike Schoßhardt karikierte Turnerfrauenvorsitzende Rosemarie, Anja Wahl gab die altmodische Kirchenorganistin Martha. Schmierig wie sein Koffer voller Öle, Fette und Salben präsentierte sich Norbert Braun in seiner Rolle als Fetthändler Schmotz-Sepp. Bärbeißiger Humor und rustikale Situationskomik brachten das Publikum immer wieder zum Kichern und Lachen.

Das Spiel auf der Bühne gäbe es jedoch nicht ohne die Menschen, die hinter den Kulissen die Fäden in Händen hielten: Ihr Debüt als Regisseurin gab Anja Braun. Souffleuse Monika Krell half den Darstellern aus mancher textlichen Unsicherheit. Lydia Trexler verlieh des Schauspielern die perfekte Maske. Für den richtigen Ton sorgte Dirk Hornig. Der Applaus gab der Truppe recht: In Sachen Theater macht den Trutzhainern so schnell keiner was vor.

Quelle: HNA

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