Kommentar zur B. Braun-Betriebsratswahl: Erstmals mehrere Listen

Erstmals treten zur Betriebsratswahl in Melsungen mehrere Listen an. Betriebsratsvorsitzender Peter Hohmann befürchtet eine Spaltung der Belegschaft. Der Verband der akademischen Angestellten (Liste 3) möchte seine Interessen hingegen besser vertreten sehen.

Damei Dewert

Die Wahlmöglichkeit ist ein Grundpfeiler der Demokratie. Grundsätzlich ist es also gut und richtig, dass die Mitarbeiter der B. Braun Melsungen AG bei der Betriebsratswahl genau dies haben: eine Wahlmöglichkeit.

Die Arbeitnehmervertretung vertritt als Organ natürlich die Interessen aller Mitarbeiter. Wie gut sie dies allerdings aus Sicht der verschiedenen Beschäftigungsgruppen erfüllt, wird bei B. Braun derzeit wenigstens subjektiv unterschiedlich bewertet.

Der Verband der akademischen Angestellten nimmt sein gutes Recht nach dem Betriebsverfassungsgesetz wahr. Befremdlich ist indes, dass es keine Gespräche im Vorfeld der Kandidaturen gegeben hat. Keine der beiden Seiten hat sich offenbar auf die andere zubewegt. Das ist bedauerlich.

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Die Interessengruppen haben es versäumt, ihre Ziele in einem Wahlprogramm zusammenzuführen. Der Betriebsrat muss Geschlossenheit demonstrieren - sonst schwächt er seine Verhandlungsposition. Nach der Wahl gilt es, intern einen breiten Konsens zu erzielen.

E-Mail an den Autor: ddd@hna.de

Quelle: HNA

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