Fall aus Willingshausen

Kommentar zum Hilferuf in der Jeans: Die weiße Weste zählt

ommentarfoto HNA-Redaktion Volontärin Jasmin Paul Foto: hro

Willingshausen. Die Wasenbergerin Simone Scholl hatte in ihrer neuen C&A-Jeans einen Notruf-Zettel gefunden. „Helfen Sie kambodschanischen Kindern" steht dort auf Englisch geschrieben. Über den Umgang des Konzerns mit dem Thema ein Kommentar von Jasmin Paul.

Lesen Sie auch:

-Jeans-Käuferin findet Zettel mit Hilferuf in Hose von C&A

- Nach Hilferuf in Jeans: C&A zweifelt Echtheit des Zettels an

Wenn ein Unternehmen wie C&A sogar einen Mitarbeiter aus Kassel 65 Kilometer nach Wasenberg jagt, um einen simplen Papierschnipsel abzuholen, fragt man sich: Wozu der Aufwand, wenn doch angeblich alle Produktionswege transparent und die Arbeitsbedingungen in kambodschanischen Kleiderfabriken fair sind?

Klar, man kann mit Sorgfaltspflicht und Kundenfreundlichkeit argumentieren. Aber wichtiger scheint es doch, die weiße Firmenweste nicht mit einem Schandfleck wie Kinderarbeit zu besudeln. Wer Vorwürfe gewissenhaft untersucht und plausibel entkräften kann, steht am Ende gut da. Immerhin wurde C&A zum 11. Mal in Folge von Lesern des Magazins Reader’s Digest zur vertrauenswürdigsten Bekleidungsmarke gekürt.

Unterm Strich bleiben die Themen Billigkleidung in Europa und Ausbeutung in Textilfabriken in Kambodscha. Das ist ohnehin so weit weg, dass man Gedanken an Kinderarbeit und unwürdige Arbeitsbedingungen rasch beiseite schiebt. Die Modeketten müssen handeln, sonst entziehen ihnen die Kunden schneller Geld und Vertrauen als gedacht.

Schreiben Sie eine E-Mail an die Autorin: jap@hna.de

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare