HNA-Meinung

Kommentar zur Situation im Homberger Parlament: "Deutlicher geht es nicht"

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HNA-Redakteurin Maja Yüce

Homberg. Spätestens seit der Sitzung am Dienstagabend steht fest, dass es mit Fairness im Homberger Stadtparlament nicht weit her ist. Denn es wurde übel gefoult. Es wurde nachgetreten, getunnelt und gegrätscht. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Maja Yüce.

Ganz sicher ist in der zwölfjährigen Amtszeit von Bürgermeister Martin Wagner viel schief gelaufen. Fehlentscheidungen wurden getroffen und Eigentore geschossen Doch nun zu behaupten, dass das allein die Schuld des Amtsinhabers sei, ist nicht nur unfair: Es ist falsch. Denn Wagner hatte für seine Vorhaben oft genug Mehrheiten – gerade in jüngster Zeit standen ihm CDU, SPD und FDP oft treu zur Seite. In der vergangenen Legislaturperiode waren es meist CDU und FDP.

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Es stimmt, das Verhältnis im Parlament verschlechterte sich immer weiter. Trauriger Höhepunkt war nun die Einschaltung der Polizei. Das Verhalten der Stadtverordneten Bölling und Jerosch in den vergangenen Sitzungen kann man schlicht weg als stur bezeichnen. Persönliche Meinung hin oder her, es lag laut Kommunalaufsicht ein Widerstreit der Interessen vor. Und für diesen Fall gibt es klare Regeln! Wer von Wagner fordert, sich an Recht und Gesetz zu halten, der muss sich selbst auch mit diesen Maßstäben messen lassen. Und das nicht erst nach mehrfachem Bitten.

Wenn obendrein auch noch drei CDU-Stadtverordnete die Sitzung mit „typisch Homberger Stadtparlament“-Rufen verlassen, weil Tagesordnungspunkte abgesetzt wurden, dann kann diese Art des Umgangs nur noch für ein Kopfschütteln sorgen. Noch deutlicher kann man nicht aufzeigen, dass für die verfahrene Situation im Homberger Parlament weit mehr als eine Person beziehungsweise Fraktion verantwortlich ist. Nicht nur politisch wird der neue Bürgermeister viel zu tun haben – auch zwischenmenschlich.

Schreiben Sie eine Email an die Autorin:  may@hna.de

Quelle: HNA

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