Hessenwahl 2021

Kommunalwahl in Frankfurt: Briefwahl boomt – Enorme Nachfrage

Briefwahl bei der Kommunalwahl in Hessen
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Bei der Kommunalwahl in Hessen erlebt die Briefwahl einen enormen Aufschwung. (Archivfoto)

Die Nachfrage nach Briefwahl ist stark: Das zeigt sich in vielen hessischen Städten vor der Kommunalwahl 2021. Allerdings ereigneten sich auch die ersten Pannen – die Lage im News-Ticker.

Update vom 08.03.2021, 13.00 Uhr: Für die Kommunalwahl 2021 herrscht eine enorm hohe Nachfrage für Briefwahlunterlagen. Das wird anhand von Daten aus Frankfurt deutlich: In Hessens größter Stadt gibt es dreimal so viele Briefwähler, wie noch vor fünf Jahren. Das berichtet die „FAZ“.

Dabei soll es sich dem Bericht zufolge um 27 Prozent der insgesamt 500.000 Wahlberechtigten in Frankfurt handeln, die per Briefwahl abstimmen. Die Stadt hofft durch diese Entwicklung auf eine höhere Wahlbeteiligung als bei der Kommunalwahl 2016*. Damals stimmten lediglich 39 Prozent der Berechtigten ab. Auf das Bundesland bezogen lag dieser Wert bei 48 Prozent.

Kommunalwahl in Hessen – Briefwahl im Aufschwung

Update vom 25.02.2021, 09.30 Uhr: Die Briefwahl erlebt einen Aufschwung, doch auch die Pannen häufen sich. Vier Städte in Hessen haben offenbar fehlerhafte Unterlagen zur Kommunalwahl verschickt.

In Raunheim (Kreis Groß-Gerau) wurden zum Beispiel Stimmzettel verschickt, auf denen zu viele Namen von Kandidatinnen und Kandidaten standen. Statt 31 erlaubten Namen standen dort 40. Mittlerweile seien neue Stimmzettel gedruckt und verschickt worden, so Wahlleiter Tobias Loy. Das berichtet der „Hessische Rundfunk“.

Kommunalwahl in Hessen: Fehlerhafte Briefwahlunterlagen verschickt

In Hofheim am Taunus (Main-Taunus-Kreis) gab es ebenfalls Schwierigkeiten bei der Briefwahl. Dort wurden Stimmzettel von Ortsbeiratswahlen verwechselt. Laut Angaben der Stadt sei das Problem im gesamten Stadtgebiet aufgetreten. Nun wurden neue Unterlagen zugeschickt. In Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis) fehlte bei vielen Briefwahlunterlagen indes der rote Umschlag. Diese wurden nun nachversandt.

Briefwahl erlebt einen Aufschwung: Der Andrang, Unterlagen zu bekommen, ist bei der Kommunalwahl in Hessen groß.

In Gernsheim (Kreis Groß-Gerau) fiel hingegen ein Fehler in den Unterlagen zur Briefwahl auf. Titel und Namenszusätze der Kandidatinnen und Kandidaten fehlten. Offenbar war ein technischer Fehler dafür verantwortlich, erklärt Christian Schwarz, Leiter des Gernsheimer Ordnungsamtes, dem „HR“. Auch dort wurden nun neue Unterlagen verschickt.

Erstmeldung vom 23.02.2021, 12.00 Uhr: Wiesbaden/Frankfurt – Mitte März wird in Hessen gewählt. Die Kommunalwahl findet im Jahr 2021 unter speziellen Bedingungen statt. Durch die Corona-Pandemie* verzeichnen die Kommunen bereits Mitte Februar eine hohe Nachfrage für die Briefwahl. Für die Kommunalwahl in Frankfurt*, Hessens größter Stadt, wurden beispielsweise bereits viermal mehr Briefwahlunterlagen ausgegeben, als bei der Kommunalwahl 2016*. Das sagte ein Sprecher der Stadt. Insgesamt handle es sich dabei um 69.000 Wahlunterlagen (Stand: 21.02.2021). Hinzu komme eine starke Nachfrage auf dem Online-Portal, hieß es.

Ähnlich ist die Lage zum Beispiel bei der Kommunalwahl in Darmstadt: Dort wurden innerhalb einer Woche circa 19.000 Unterlagen für die Briefwahl ausgestellt. „Dies ist bereits jetzt eine signifikante Steigerung gegenüber der Gesamtzahl an Briefwählerinnen und -wähler bei der Kommunalwahl 2016“, teilte die Stadt Darmstadt mit. Bei der Kommunalwahl 2016 hatten rund 12.400 Wählerinnen und Wähler die Briefwahlunterlagen beantragt. Auch im Fall dieser Entwicklung gehen die Verantwortlichen von einer Folge der Corona-Pandemie aus: „Es ist damit zu rechnen, dass bis zur Wahl weitere Briefwahlunterlagen angefordert werden“, so ein Sprecher.

Kommunalwahl in Hessen – Briefwahl wird massenhaft angefordert

Doch nicht nur in Frankfurt oder Darmstadt verzeichnen die Behörden steigende Zahlen, auch in Marburg. Dort seien rund 4000 Briefwahlunterlagen beantragt worden, so eine Sprecherin. Dabei sei „der Beratungsbedarf gestiegen“. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger würden das erste Mal in ihrem Leben Briefwahl nutzen, hieß es.

Bei der Kommunalwahl in Wiesbaden, der Landeshauptstadt von Hessen, fehlen hingegen Vergleichswerte zur Kommunalwahl 2016. Das liege daran, dass die Behörden „mit der Statistik erst eine Woche später als jetzt begonnen“ hätten, so ein Sprecher. Die digitale Beantragung der Briefwahlunterlagen habe jedoch stark zugenommen, das sei aktuell bereits deutlich zu erkennen. Im Jahr 2016 seien bis zum Wahltag insgesamt rund 9000 Anträge auf Briefwahl eingegangen, im Jahr 2021 seien es bereits vier Wochen vor der Wahl 17.000. (tu/ms/dpa) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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