Der Parteinachwuchs vieler Ortsverbände bleibt den Listen fern

Kommunalwahl: Junge Kandidaten sind rar

Wolfhager Land. Eine Mehrheit zeichnet sich schon ab, bevor der Kommunalwahlkampf begonnen hat: Vor allem ältere Kandidaten werden im Parlament sitzen. Denn auf den Listen vieler Parteien lassen sich überwiegend Kandidaten aufstellen, die 60 Jahre oder älter sind. Das ergab eine Recherche unserer Zeitung.

Nur wenige junge Parteimitglieder streben einen Sitz im Gemeindeparlament oder in der Stadtverordetenversammlung an. „Wir haben Probleme, unsere jüngeren Mitglieder in die Politik zu führen“, sagt Stefan Denn, der dem SPD-Unterkreis Wolfhagen vorsitzt. Auch auf den Listen der Grünen im Altkreis sind junge Kandidaten rar – darüber klagt Kreisvorsitzender Thomas Ackermann. Der FDP geht es ähnlich: „Mir ist kein Junger Liberaler bekannt, der im Wolfhager Land kandidieren will“, sagt Camran Rostam, Vorsitzender der JuLis im Kreis.

Erfreuliche Zahlen meldet dagegen der CDU-Ortsverband in Wolfhagen. „Zehn von 36 Listenplätzen besetzten Mitglieder bis 35 Jahre“, sagt Vorsitzender Horst Förste auf Anfrage unserer Zeitung. Die CDU in Wolfhagen habe keine Nachwuchssorgen – und wäre damit eine Ausnahme.

Das Mandat als Last

Warum gibt es kaum Nachwuchspolitiker im Altkreis? Politiker aus der Region nannten verschiedene Gründe. Der Druck, der auf einem jungen Abgeordneten lastet, sei enorm, sagt Camran Rostam: „Viele Mitglieder haben mir gesagt, dass sie keine Lust haben, sich das anzutun.“

Der Wolfhager SPD-Vorsitzende Heiko Weihershäuser sieht in der Landflucht der jungen Mitglieder das Hauptproblem: „Viele Jungsozialisten ziehen zum Studieren in die Stadt“, sagt er. Die Kommunalpolitik auf dem Land machen die, die hier bleiben – und das seien meistens die Ältern.

Die desolate Nachwuchssituation verdüstert die Zukunft der Kommunalpolitik. Und die Aussichten sind nicht heiter, sagt SPD-Unterkreisvorsitzender Stefan Denn: „Der Altersschnitt wird weiter steigen.“

Von Pia Schleichert

Quelle: HNA

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