Kassenkredite steigen und zeigen oft Probleme an

Kommunen greifen tief in die Schatulle

Schwalm-Eder. Die Kassenkredite der Kommunen sind zuletzt in vielen Städten und Gemeinden des Landkreises kräftig angehoben worden.

Nach einer Analyse der Bertelsmann-Stiftung wurde dieser - dem privaten Dispo-Kredit vergleichbare - Finanzrahmen seit 2007 vielerorts stark ausgeweitet. Insgesamt standen die bundesdeutschen Kommunen 2011 mit 130 Milliarden Euro in der Kreide.

„Das Niveau ist sehr hoch“, lautet die Einschätzung von Dr. David Rauber vom Hessischen Städte- und Gemeindebund. Kassenkredite seien ein klassischer Indikator, an dem Haushaltsprobleme ablesbar seien.

Mit dem Kassenkreditrahmen von bis zu 22 Mio. Euro ist Borken Spitzenreiter im Landkreis, gefolgt von Homberg (16 Mio. Euro) sowie Schwalmstadt und Spangenberg (je 15 Mio. Euro). Die geringsten Kassenkredite können Schwarzenborn und Gudensberg mit je 750 000 Euro ausschöpfen. Fritzlar hat 2013 den Kassenkreditrahmen von 3,5 Mio. Euro (plus 500 000 Euro), Melsungen den von 7,5 Mio. Euro (plus 2,5 Mio. Euro).

Vize-Landrat Winfried Becker betonte, dass die Rahmenfestsetzung nichts über die tatsächliche Kreditaufnahme aussage, auch lägen die Kreditzinsen derzeit um 0,5 Prozent sehr günstig. Langfristig verbergen sich aber große Gefahren.

Von Anne Quehl

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Quelle: HNA

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