Fracking: Stellungnahmen zu Erkundungsbohrungen bis 31. 8.

Kommunen sollen zum Trinkwasser schweigen

Wolfhager Land. Seit bekannt ist, dass in einigen Jahren in Nordhessen über die umstrittene Fracking-Methode Erdgas gefördert werden könnte, sind die Bürgermeister der Region in Alarmbereitschaft.

Sie befürchten gravierende gesundheitsschädigende Auswirkungen auf das Trinkwasser. Derzeit geht es um die Genehmigung von Erkundungsbohrungen. Hierzu können die Bürgermeister im Landkreis Kassel beim zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt bis zum 31. August Stellungnahmen abgeben. Allerdings: Eine wasserrechtliche Beurteilung wird von den Kommunen nicht gewünscht.

Bei den Verwaltungschefs stößt diese Einschränkung auf massive Kritik. „Gerade ums Grundwasser geht es ja beim Fracking“, sagt Thomas Raue, Bürgermeister der Gemeinde Habichtswald. Investitionen in Infrastruktur und Bemühungen, die Region für Touristen attraktiv zu machen, würden ad absurdum geführt, wenn das Wasser in seiner hohen Qualität gefährdet werde.

„Das Trinkwasser zählt nicht zu den Aufgaben der Kommunen“, begründet Gerhard Müller, Sprecher des Regierungspräsidiums Darmstadt die Restriktion, nach der sich die Städte und Gemeinden zu diesem Punkt nicht äußern sollen. Die Wasserbehörden seien zuständig. Zudem gehe es noch gar nicht ums Fracking selbst, sondern um die Frage, welche Firma am besten geeignet sei, die vorbereitenden Erkundungsbohrungen vorzunehmen.

Danny Sutor, Bürgermeister in Grebenstein, erscheint diese Position sehr fragwürdig. „Im Rahmen der Daseinsfürsorge müssen wir die kommunale Trinkwasserversorgung sicherstellen.“

Und noch ein weiterer Punkt treibt die Bürgermeister um: Sie fürchten, dass eine Erlaubnis zum Aufsuchen von Lagerstätten (Erkundungsbohrung) zum Freifahrtschein wird für die Förderung von Rohstoffen mit der Fracking-Methode.   Hintergrund ,

Zum Tage, Seite 2

Quelle: HNA

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