Vier auf einen Streich: Fotografen stellen in der Kunsthalle Willingshausen aus

Komponisten mit Kamera

Naturfotos mal anders: Werner Thuleweit, Brigitte Lorenz und Martina Weise zeigen farbenfrohe Drucke. Renate Knauth war leider erkrankt. Foto: Rose

Willingshausen. Der französische Maler und spätere Regisseur Robert Bresson sagte einst: „Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre.“ Dieser Maxime haben sich auch Martina Weise, Brigitte Lorenz, Renate Knauth und Werner Thuleweit verschrieben. Doch die Vier drehen weder Filme, noch nehmen sie Pinsel und Palette zur Hand. Ihr Werkzeug ist die Kamera. Ihre gemeinsame Ausstellung in der Willingshäuser Kunsthalle trägt deshalb den Titel „Malen mit der Kamera“. Am Freitagabend wurde sie vor vollem Haus eröffnet.

Was das Quartett eint, ist die Liebe zum Medium Fotografie. Doch entgegen der üblichen exakten Dokumentation der Landschaft, finden die Künstler einen neuen, ganz eigenen Weg, um die Natur zu entdecken. Ihr Stilmittel ist die künstlerische Fotografie, die sich auf den ersten Blick kaum als solche enttarnen lässt.

Fotos ähneln Aquarellen

Die Drucke wirken wunderbar plastisch und ähneln in ihrer Komposition eher einem Aquarell. Martina Weise erklärte in ihrer Einführung, was hinter dem künstlerischen Ausdrucksmittel steckt: „Ich habe irgendwann gemerkt, dass mich die konventionelle Abbildung nicht mehr zufrieden stellt“, erläuterte die Künstlerin.

So fing sie an, Fotos zu inszenieren, die sich an den Impressionismus anlehnten. „Wir nutzen in diesem Fall nicht den Pinsel, sondern den Sensor.“

Wichtig sei ihr dabei die Authentizität: „Alle Bilder sind allein in der Kamera entstanden. Auf die Nachbearbeitung am Computer verzichten wir“, erklärte Weise. Nicht umsonst sei die Fotografie seit ihrer Erfindung auch von Malern genutzt worden. „Seitdem ich malerisch fotografiere, wünsche ich mir, so wie ich fotografiere auch malen zu können“, verdeutlichte die Künstlerin.

Hinter jedem Motiv steckt eine spezielle Technik. Viel wichtiger sei aber das harmonische Bild. „Ich schalte bewusst das Denken aus, konzentriere mich stärker auf das Sehen“, erklärte die Fotografin. Sie gehe ohne Vorstellung an das Motiv heran, lasse sich beim Blick durch den Sucher einfach inspirieren. Dann fokussiere sie manuell, halte sich jedoch an klare Kompositionsregeln wie etwa den Goldenen Schnitt.

So entstehen locker-leichte Spielereien mit Licht und Farbe, mit Schärfe und Kontrasten, Linien und Formen, die die Lust am Experimentieren beeindruckend transportieren.

Sören Flimm stimmte am Klavier musikalisch auf den Rundgang ein. Kleine Leckereien, gereicht von den Landfrauen, rundeten den kurzweiligen Abend ab.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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