Konferenz der nordhessischen Piratenpartei in Fritzlar

Schwalm-Eder. Die Piraten setzen sich für größtmögliche Transparenz in der politischen Diskussion, gleichzeitig suchen sie aber noch nach einer angemessenen Streitkultur. Dieser vermeintliche Widerspruch begleitete auch die 2. Nordhessen-Konferenz der Partei, die am Samstag in Fritzlar stattfand.

Beschlüsse wurden an diesem Tag nicht gefasst. Es gehe darum, sich kennenzulernen und Themen einzugrenzen, die für die Partei von Bedeutung sind, sagte Michael Rath, Piraten-Vorsitzender im Schwalm-Eder-Kreis. Für die Bundestags- und Landtagswahl sollen Direktkandidaten aufgestellt werden. Dazu werde es weitere Konferenzen im Frühjahr geben, kündigte der 42-jährige Frielendorfer an.

Die Piratenpartei hat in Nordhessen 318 Mitglieder in den Kreisverbänden Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg sowie Kassel Stadt und Land. In den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner gebe es zwar auch Mitglieder, aber noch keine Parteistruktur.

Nach Fritzlar waren am Samstag etwa 50 Piraten gekommen. Das Treffen war für alle Mitglieder offen. Eine Delegiertenstruktur wie bei anderen Parteien gebe es nicht, so Rath. Per Video-Stream konnte jeder die Konferenz im Internet verfolgen.

Dieses Verfahren sollte für alle Gremien der Politik eingeführt werden, lautet eine Forderung der Piratenpartei. Ein hohes Maß an Transparenz könnte dazu beitragen, dass politische Entscheidungen mehr Akzeptanz finden, meinte Rath gegenüber der HNA

In der Diskussion um die Ausweisung von Vorrangflächen für die Windkraft in Nordhessen werde zu stark auf das Kriterium der Windgeschwindigkeit gesetzt, kritisiert der Kasseler Piraten-Vorsitzende Volker Berkhout. 5,75 Meter pro Sekunde in einer Höhe von 140 Metern gelten hier als Mindestvoraussetzung. Dadurch würden Standorte ausgeschlossen, die in einigen Jahren vielleicht durch technischen Fortschritt doch geeignet sein könnten.

Das so genannte Fracking, die umstrittene Suche nach Gasvorkommen, wird auch von den nordhessischen Piraten aus Gründen des Umweltschutzes abgelehnt.

Auch die Streikkultur der Piraten, die in den vergangenen Wochen zu einigen Irritationen geführt hatte, war in Fritzlar ein Thema. Reinhard Schaffert, einer von mehreren Konfliktberatern der Partei in Hessen, referierte über Möglichkeiten, mit Konflikten konstruktiver umzugehen.

Manche Beiträge in einer politischen Auseinandersetzung würden möglicherweise völlig anders interpretiert als sie gemeint gewesen seien. Dessen sollte man sich bewusst sein, bevor es zu möglicherweise heftigen Reaktionen komme.

An Diskussionen der nordhessischen Piraten kann man sich im Internet über eine Mailingliste beteiligen, die man unter anderem über den Link des Kreisverbandes Schwalm-Eder (www.piraten-sek.de) erreicht.

Quelle: HNA

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