Arbeitsplätze gefährdet

Ungleiche Strompreise in Europa und USA: Konkurrenz ist viel billiger

In der Produktion: Reinhard Bauer im Werk in Treysa. Foto: privat

Schwalmstadt. Das Schwalmstädter Werk des Folienherstellers Horn und Bauer ist mit 240 Mitarbeitern das größte von den vier Standorten des Familienunternehmens. In Thüringen, Bayern sowie im Ausland sind nocheinmal 120 Menschen beschäftigt.

Das Erneuerbare-Energiengesetz kostet das Schwalmstädter Unternehmen im kommenden Jahr über 620.000 Euro, hat Reinhard Bauer ausgerechnet.

Das ist ein „Riesenproblem“ für das 1924 gegründete Unternehmen, das sich als führenden Spezialisten für die Herstellung und Veredlung von Kunststofffolien für funktionelle Schutz- und Verpackungslösungen vorstellt. Laut Reinhard Bauer wird über ein Drittel des Gewinns von den EEG-Umlagen aufgezehrt.

Gravierende Nachteile

„Wenn sich an der Situation nichts ändert, müssen wir Anpassungen an die Kostenstruktur vornehmen“, sagt der 65 Jahre alte Unternehmer - und meint Entlassungen. Gegenüber der ausländischen Konkurrenz habe man gravierende Nachteile zu schultern. Denn etwa in den USA zahle die Industrie einen Strompreis von gerade einmal 4,5 Cent. In Frankreich sind es bis zu 8 Cent und in England sind 11 Cent fällig. In Deutschland dagegen schlägt der Strompreis mit bis zu 16 Cent zu Buche.

Bei der 50-prozentigen Exportquote seines Unternehmens bedeute das einen massiven Nachteil. Nach den Personal- und Rohstoffkosten seien die Energiekosten bei Horn und Bauer die drittgrößte Kostenart.

Werde hier von der neuen Bundesregierung nicht gegengesteuert, sei eine Abwanderung vieler deutscher Unternehmen mit hohem Energiebedarf eben unausweichlich, ist Unternehmer Bauer überzeugt.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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