Für Aus- und Umbau der Kita Neuenbrunslar sind jetzt 750 000 Euro veranschlagt

Kosten steigen weiter

Felsberg. Der Ausbau des Kindergartens Neuenbrunslar sorgt erneut für Ärger – das wurde am Donnerstagabend in der Felsberger Stadtverordnetenversammlung deutlich.

Die Kosten für die energetische Sanierung der Kita und die Erweiterung um einen Krippenbereich steigen immer weiter: Ursprünglich hatte die Stadt dafür 507 000 Euro veranschlagt, 2011 war die Summe auf 630 000 Euro erhöht worden. Nun sind im Nachtragshaushalt 2012 weitere 114 000 Euro veranschlagt worden, damit lägen die Gesamtausgaben bei fast 750 000 Euro.

Das will das Parlament nicht mehr mittragen: Die Stadtverordneten beschlossen einen Sperrvermerk für diese Summe. Tatsächlich aber hat der Sperrvermerk kaum Auswirkungen, sagt Kämmerer Dirk Gerhold: „Die Mittel sind zum größten Teil schon weg. Da stellt sich die Frage, welchen Sinn dieser Beschluss hat.“ Von den veranschlagten 114 000 Euro seien nur etwa 14 000 bis 15 000 Euro noch nicht ausgegeben worden.

Architekt klagt Honorar ein

Allerdings, sagt Bauamtsleiter Paul Wieder, stünden noch Honorarzahlungen an den Architekten aus. Das bestätigt auch der Architekt: Er bekomme noch mehr als 5000 Euro von der Stadt. Er werde sein Honorar einklagen, kündigt der Architekt an. Er beschuldigt die Stadt, die Kosten für den Umbau der Kita bewusst kleingerechnet zu haben. Die jetzigen Kosten entsprächen dem, was er von Anfang an veranschlagt habe.

Hilmar Löber (SPD), einer der vielen Befürworter des Sperrvermerks, räumt ein, ihm sei bewusst, dass das Geld bereits ausgegeben sei. „Uns geht es vor allem ums Controlling“, sagt er, „wir wollen genau wissen, wo das Geld hingeflossen ist.“

Die Endabrechnung des Architekten belaufe sich auf rund 685 000 Euro – da müsse geklärt werden, warum die Stadt 750 000 Euro ausgebe. „Es kann nicht sein, dass 65 000 Euro im Nirvana gelandet sind“, findet Löber. Er erwarte hierzu genaue Auskünfte vom Kämmerer und vom Bauamtsleiter.

Kämmerer Gerhold findet es hingegen nicht ungewöhnlich, dass die Ausgaben der Stadt das Honorar des Architekten überschreiten. Es sei gut möglich, dass auch an anderer Stelle zusätzliche Kosten entstanden seien, etwa für die Ausstattung der Kita.

Aus Sicht von Hilmar Löber sind bei der Planung des Kita-Umbaus Fehler gemacht worden. „Die Finanzabteilung der Stadt ist einfach überlastet“, glaubt er. Das Beispiel der Kita Neuenbrunslar schreie förmlich nach einer Organisationsuntersuchung in der städtischen Verwaltung, hatte Löber in der Stadtverordnetenversammlung gesagt.

ARTIKEL UNTEN

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare