HNA Online: Leser befürchten, dass von externen Anbietern angeliefertes Klinik-Essen schlechter wird

Kostenoptimierung geht vor Qualität

Wolfhager Land. Die Gesundheit Nordhessen (GNH) will im Januar 2020 die Küchen im Klinikum Kassel und den Krankenhäusern Wolfhagen, Hofgeismar und Bad Arolsen schließen. Die Mahlzeiten werden künftig von externen Anbietern zubereitet und auf die Standorte verteilt. Unsere Leser diskutierten online über das Thema, in dem sie ein Kommentar auf hna.de oder unserer Facebook-Seite hinterließen. Online ist es üblich, unter Pseudonymen zu kommentieren. Einige Auszüge:

Anonymus schreibt: „Schade für Wolfhagen. Und glaubt mal nur nicht, dass es keinen Stellenabbau geben wird. All diese Konzepte dienen nur dem höheren Ziel, Personal einzusparen. Armes Deutschland und die GNH ist leider nur ein weiterer Totengräber im Gesundheitswesen.“

BellaCiao dagegen macht sich Gedanken darüber, was die Küchen-Schließungen für die Krankenschwestern bedeutet: „Personal wird eingespart und den Krankenschwestern wird mal wieder noch mehr Arbeit aufgelastet, denn die müssen dann ja auch dafür Sorge tragen, dass das Essen erst auf der Station erwärmt wird. Also zusätzliche Arbeit. In Deutschland sinkt die Qualität auf Kosten der Quantität.“ Ähnliches schreibt Sina Wolf: „Und noch mehr Arbeit für die Pflege. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Reinigungskraft, Hausmeisterdienste, ach ja und nebenbei Leben retten, erhalten und verbessern.“

Ingo Schütz schreibt: „Ab 2020 gibt es nur noch Dosen Futter mit viel Chemie für die Patienten. Guten Appetit!“

Auch Wolfgang Hensel glaubt, die Qualität wird leiden: „Denn alle großen Lieferanten müssen die Speisen mit erheblich mehr Chemie zubereiten. [...] Der Slogan aller Verantwortlichen, der Krankenkassen, der großen Krankenhausunternehmen, der Politik und der Lobbyisten: Profit statt Menschlichkeit und Heilung. Man muss es einfach so drastisch sehen.“ Darauf antwortet Axel Sonnenberg: „Menschlichkeit wird in unserer Gesellschaft nur noch beachtet, wenn es den Profitgierigen selbst ans Leder geht. Die breite Masse ist Verbrauchsmaterial.“

Edith Rausch blickt mit ihrem Kommentar in die Zukunft: „Bald müssen die Angehörigen die Patienten versorgen, so wie in vielen Ländern... Aber die Krankenkassenbeiträge steigen.“ Monika Pfündel schreibt: „Überall wird Personal eingespart... Krank werden ist dann ein No go.“

Skipper dagegen spricht von einem Weg, das System mit acht Millionen neu aufzustellen, ohne die Pflegekräfte zusätzlich zu belasten: „Ich hatte mit einem Geschäftsführer einer großen norddeutschen Klinik ein Gespräch. Er ist sogar so weit gegangen, die Versorgung über eine hauseigene Metzgerei und einer eigenen Bäckerei zu erweitern, die alle (Küche, Metzger Bäcker) auch Catering und Dienstleistungen für die Bevölkerung und andere Betriebe anbieten, um Gewinne zu erzielen.“ (lew)

Quelle: HNA

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