Fahrten nach Weißrussland sind gesichert

Kraftakt: Verein sammelt 80.000 Euro Spenden für neuen Bus

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Sie engagieren sich für den Stolin-Verein und freuen sich über den neuen Bus: von links Marcus Groß, Alexander und Natascha Nüss , sitzend in Bus Joachim Jerosch mit Sebastian Jerosch und Nikita Nüss Kassel, Eduard Gellert, Georg Altenhof, Dieter Fischer und Valentina Jerosch vor dem Doppelstockbus. 

Homberg. Mit einem beispiellosen Kraftakt schaffte es der Homberger Stolin-Verein 80.000 Euro an Spenden zur Finanzierung eines neuen Busses einzuwerben.

Mit dem Fahrzeug wird der Verein im Sommer Kinder aus der Homberger Partnerstadt in Weißrussland abholen, damit sie in der Kreisstadt ihre Ferien verbringen. Die Erholungsaufenthalte, die es seit 1996 gibt, sind nun gesichert.

Zur Finanzierung des 100.000 Euro teuren Gefährts putzte der Vorsitzende des Vereins, Joachim Jerosch, Klinken, klapperte Stiftungen ab, schrieb Briefe und Emails, an Firmen, Banken und Unternehmen, mit der Bitte um Spenden.

Nicht entmutigen ließen sich Jerosch und seine Mitstreiter, bis das Geld für den Doppelstockbus, der 70 Personen Platz bietet, zusammen war. Den Grundstock bildete die Spende einer Stiftung in Höhe von 30 000 Euro. Dazu kamen nach Darstellung Jeroschs zahlreiche Spenden in unterschiedlicher Höhe. Der Verkauf des alten Busses brachte weitere 20.000 Euro in die Kasse, der Rest kam aus zinslosen Darlehen von Vereinsmitgliedern.

Nötig war der Kauf eines neues Busses, weil der alte, den der Stolin-Verein vor sechs Jahren gekauft hatte, in einem schlechten Zustand war. Die Kupplung war kaputt, Achsen und Klimaanlagen zerschlissen. „Die Reparatur wäre sehr teuer geworden“, sagte Jerosch. Ein neuer Bus musste her. Es sollte ein Bistrobus mit Kühlschränken und zwei bis drei Tischen sein.

Vor sechs Monaten stieß Jerosch auf das Traumgefährt: Ein acht Jahre alter Doppelstockbus, 600.000 Kilometer auf dem Tacho, gut in Schuss. Der Händler gab noch einen ordentlichen Preisnachlass. Der Handel war perfekt.

Seit Mitte Dezember steht der Bus auf dem Gelände der ehemaligen Ostpreußenkaserne. Im März soll er angemeldet werden, im Sommer geht es nach Stolin.

Hintergrund: 130 Mitglieder im Verein

Rund 130 Mitglieder zählt der Partnerschaftsverein Stolin-Homberg. Seit 1993 organisiert er Hilfstransporte in die weißrussische Partnerstadt Stolin. In den ersten Jahren waren es zwei bis drei Transporte jährlich. Seit 1996 organisiert der Verein auch Ferienaufenthalte für Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren.

Die Kinder werden in Stolin abgeholt, wohnen während des Aufenthalts in einer Homberger Schule. Von dort starten sie mit ihren Betreuern und Übersetzern zu gemeinsamen Unternehmungen in der Umgebung.

Am Ende der Ferien werden sie wieder mit dem Bus in das 1500 Kilometer entfernte Stolin gebracht. 

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Quelle: HNA

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