Balhorn und Ippinghausen

Waldkalkungen: Zum Abschluss Hubschraubereinsatz im Doppelpack

Martinhagen/Istha. Sturm und Nebel erschwerten in den letzten Wochen die Waldkalkungen im Wolfhager Land. Am Mittwoch jedoch waren sie nicht zu überhören - die Rotorblätter der beiden Hubschrauber.

Denn strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und kaum Frost boten ideales Flugwetter, um im Doppelpack das letzte Kalkzwischenlager am Windradpark Martinhagen anzufliegen und drei Tonnen des Minerals auf den Waldboden rieseln zu lassen.

Die Besonderheit des gestrigen Manövers: Zum Abschluss der Kalkungs-Arbeiten gab es gleich zwei unterschiedliche Verteilungsverfahren parallel zu beobachten. „Ein Hubschrauber hat dabei einen Streubehälter mit einer Tonne Fassungsvermögen am langen Doppelseil, der andere Helikopter stellt den kleineren 600 Kilogramm-Behälter ab um den daneben zwischenzeitlich aufgefüllten Behälter während des Fluges wieder einzuhaken“, erklärt Rainer Weishaar von Hessen- Forst.

Und tatsächlich: Im 90-Sekunden-Takt fliegen die Piloten Günther Unger mit dem Hubschrauber Hughes 500 (genannt „Kraftei“) und Albert Birgmeier mit dem Eurocopter AS 350 (genannt „Eichhörnchen“) den Start- und Landepunkt an, um die jeweiligen Streubehälter von dem bereitstehenden Radlader rasch beladen zu lassen und die Maschine, samt der darunter hängenden Last im Nu wieder über die Baumwipfel hinweg zu manövrieren. Was so spielerisch aussieht, bedarf laut Weishaar eines enormen fliegerischen Könnens. Denn der Streubehälter entwickle eine enorme Fliehkraft, die das Flugverhalten stark beeinträchtige.

„Nur wenige Piloten haben das Zeug dazu“, lobt Weishaar die Leistung von Unger und Birgmeier, die insgesamt weit mehr als 40 000 Flugstunden absolviert haben.

Hintergrund: 3000 Tonnen Kalk mineralisieren saure Böden

Mit 3000 Tonnen Kalk wurden die sauren Böden der Region bestäubt. Die Bodenschutzkalkung führt zur Verbesserung der Waldbestände, der Lebensbedingungen für Bodenlebewesen und Baumwurzeln, der Entwicklung von Mineralboden-Humusformen sowie des Schutzes von Quell- und Grundwasser vor Schwermetall-, Aluminium- und Säureeinträgen. Damit die Kalkung effektiv wirken kann, wird in der vegetationsarmen Zeit gekalkt, damit der Kalk den Waldboden erreicht und dort möglichst gleichmäßig verteilt wird. (mel)

Von Melanie Triesch

Quelle: HNA

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