Marshall & Alexander begeistern im Wolfhager Kulturzelt

Mitten ins Herz: Marshall und Alexander sorgten für Begeisterungsstürme im Kulturzelt. Foto: Hoffmann

Wolfhagen. Zwei große Stimmen, jede in ihrem Bereich. Die eine weich, leicht jazzig angehaucht, nicht weit entfernt vom Bass. Die andere klar, nicht minder kraftvoll, auch ganz oben auf der Tonleiter noch rein.

Jay Alexanders Tenor und Marc Marshalls Bariton harmonieren, wie auch die Interpreten selbst. Das Konzept „Marshall & Alexander“ funktioniert, hat den Klassikpop auf deutsche Bühnen gebracht - so, wie es einst Zucchero und Luciano Pavarotti mit „Miserere“ vorgemacht haben.

Diesen Vergleich scheuen die badischen Künstler beim Konzert im fast ausverkauften Wolfhager Kulturzelt nicht. Warum auch? Mit ihren klassisch ausgebildeten Stimmen müssen sie sich nicht verstecken. Begleitet von René Krömer am Flügel singen sich Marshall und Alexander am Freitagabend durch die eigene Erfolgsgeschichte, die vor 15 Jahren mit „If you could see me now“ angefangen hat. Ein gutes Dutzend Alben hat das sympathische Duo zum Markenzeichen der ernsten Musik, der Unterhaltungsmusik, des Pop, der Balladen, der arienhaften Duette gemacht. Mit ihren verschiedenen Stimmlagen ein immer wieder neues Klangbild zaubernd, kraftvoll und sanft zugleich, geben sich Marshall und Alexander in ihren Texten heiter und herausfordernd, nachdenklich und beschützend. Die Künstler treffen mitten in die Herzen ihrer Fans. Das funktioniert selbst auf Italienisch, denn die von Marshall und Alexander in ihre Darbietungen gepackten Gefühle sind selbsterklärend.

La dolce vita, das süße Leben, versprühen die Zwei nur allzu gern, denn sie lieben Italien. „Die Oper und neapolitanische Volkslieder haben es uns besonders angetan“, sagt Marshall und lässt einen seiner musikalischen Helden für kurze Zeit wieder lebendig werden. Enrico Carusos „O sole mio“ schallt durch die Teichwiesen.

Die Aufnahme aus dem Jahr 1906 ist leise und kratzig, der Einstieg von Marshall und Alexander umso kraftvoller und stimmgewaltiger. Begeisterungsstürme im Kulturzelt, von denen es noch viele geben soll. Auch dann, wenn die Sänger ihre gewohnten Duettpfade verlassen und solo ins dezente Licht der sparsam ausgestatteten Bühne treten. Im Alleingang singt sich Marc Marshall überraschend aus dem bisweilen überstrahlenden Tenor seines Gesangspartners empor. Mit „Yesterday is dead and gone“ schickt er dieses positive Kribbeln über die Rücken der Zuhörer, die die Emotionen der Musik direkt spürbar machen.

Famos und nur zu übertreffen durch eine glanzvolle A-capella-Version von „Halleluja“, die deutlich zeigt, welch große Stimmen sich hier gefunden haben.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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