Kranichgruppen pendeln hin und her

Schwalmstadt. In unterschiedliche Himmelsrichtungen ziehende Kranichgruppen wurden über der Schwalm gesichtet. Kehren die Glücksvögel etwa bereits in ihre Sommerquartiere zurück?

Auf Anfrage der HNA berichtete gestern Vogelkundler Heinz Stübing (Schwalmstadt), dass er bereits Mitte Januar eine sehr seltene Beobachtung machte: Um die 280 Kraniche rasteten in der Schwalm-Aue. Bei einem Spaziergang am 9. Februar habe er dann um die zehn Kraniche über Schwarzenborn fliegen sehen. Sie seien Richtung Nordosten geflogen. Ein anderer Vogelzug war noch nach Südwesten ins Winterquartier unterwegs.

Laut Stübing sind in dieser Saison viele Kraniche erst im Januar aus den Brutgebieten, wo sie die Sommer verbracht haben, in die Winterquartiere aufgebrochen. Grund dafür war der milde Winter. Stübing: „So lange sie Futter finden, bleiben sie im Brutgebiet.“

Ob die Kraniche in der Schwalm-Aue nun aus dem Süden gekommen sind oder nur eine Pause auf dem Weg ins Winterquartier eingelegt haben, weiß der Vogelkundler nicht. Der Grund für die Wanderbewegung sei aber Kälte. Wenn Schnee auf den Äckern liege und der Boden einfriere, fänden Kraniche als Pflanzenfresser keine Nahrung mehr. Deshalb hätten sie sich im Januar von der Kältefront in den Westen abdrängen lassen. Die Vögel seien flexibel genug, um dahin zu pendeln, wo es genug zu fressen gibt, erklärte Stübing.

Um welche Kraniche es sich genau handelt, könne er nicht sagen.„In den Sommerquartieren harren aber oft Altvögel länger aus, weil sie keine Jungtiere versorgen müssen.“ So kämen sie länger mit dem Futterangebot vor Ort klar. (nni)

Quelle: HNA

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