Ihr Herz schlägt für Patienten

Krankenschwester aus Beiseförth: Ein Leben für die Pflege

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Sigrid Giesen auf ihrem Balkon: Sie liebt Blumen. Ihre Wohnung ist im Pflegeheim integriert. Dort wird sie auch im Rentenalter wohnen bleiben.

Beiseförth. Nach 51 Jahren in der Pflege geht Sigrid Gießen in Rente. Jetzt blickt sie auf ein halbes Jahrhundert Pflegearbeit zurück.

Eigentlich wollte sie Lehrerin oder Zahnarzthelferin werden. Aber Krankenschwester habe nie auf ihrer Wunschliste gestanden, berichtet Sigrid Giesen (67). Seit über 51 Jahren war sie nun in der Pflege tätig. Seit Juni ist die längjährige Heimleiterin des Vereins Praktische Lebenshilfe in Beiseförth im Ruhestand. Aber sie sagt: „Wenn meine Hilfe noch hier benötigt wird oder ich mit den Bewohnern mal spazieren gehen soll, bin ich da.“

Als 16-Jährige begann Giesen ihre Ausbildung als Krankenschwester im Stadtkrankenhaus in Wetzlar. „Diesen Schirtt habe ich nie bereut. Ich hatte von Anfang an in diesem Beruf viel Spaß.“

Nach dem Examen, diversen Fort- und Weiterbildungen und mehreren Berufsjahren ging es 1982 dann nach Beiseförth. Giesen übernahm dort mit ihrem damaligen Mann, der ebenfalls im pflegerischen Beruf tätig war, und zwei Kindern die ehemaligen Wohn- und Wirtschaftsgebäude an der Mühlenstraße.

Mit viel Herzblut und Eigenleistung wurden die Gebäude über Jahre zu einem Pflegeheim mit familiärem Charakter umgebaut. „In einer Landwirtschaftszeitung wurden wir auf das Gebäude aufmerksam“, erinnert sich die 67-Jährige.

Ausschlaggebend für die junge Familie sei damals gewesen, dass das Haus mitten im Dorf lag und viel Platz bot für die Betreuung älterer Leute.

Angefangen hat der Verein Praktischer Lebenshilfe – Gruppe Hoffnungsquelle (christliche Lebensgemeinschaft), wie er sich damals noch nannte, mit drei examinierten Pflegern, einer Bürokraft und mit einem Kurzzeitpflegeplatz.

Bis heute hat sich viel im Verein Praktischer Lebenshilfe getan: Es wurde angebaut, umgebaut und vieles neu gestaltet. 13 Menschen können vollstationär aufgenommen werden. Und es gibt zwei Kurzzeitpflegeplätze.

Giesen kritisiert, dass die Medien nur die negativen Seiten des Berufs darstellen, wie zum Beispiel die körperliche schwere Arbeit, die seelische Belastung sowie die schlechte Bezahlung. „Der Beruf in der Pflege ist ein toller Beruf. Man kann Menschen helfen und man erhält ganz viel Dankbarkeit zurück“, stellt die Rentnerin klar.

In ihrem Ruhestand will sich Giesen nun ihren Hobbies widmen. Sie liebt die Zeit, die sie im Garten verbringen kann und verreist gern. In der oberen Etage des Pflegeheims bleibt sie wohnen. Doch so ganz wird sie wohl nicht aus dem Beruf aussteigen, dafür hat es ihr einfach zu viel Freude gemacht.

Quelle: HNA

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