70 Verhandlungstage anberaumt

Krankenschwester soll Baby aus Schwalm-Eder-Kreis vergiftet haben: 29-Jährige vor Gericht

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Eine 29-jährige Krankenschwester muss sich wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung an drei Babys vor dem Landgericht Marburg verantworten. (Symbolbild)

Eine 29-jährige Krankenschwester steht ab kommender Woche vor dem Landgericht Marburg. Sie soll Frühchen unerlaubt Medikamente verabreicht haben.

Es ist ein Mammutprozess: Ab Donnerstag, 31. Januar, muss sich eine 29-jährige Krankenschwester wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung an drei Babys, darunter eines aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis, vor dem Marburger Landgericht verantworten. Die Strafkammer hat rund 70 Verhandlungstage anberaumt. Mit einem Urteil wird erst 2020 gerechnet.

Ein Geständnis hat die Krankenschwester bis heute nicht abgelegt. Auch beim Motiv tappt die Marburger Staatsanwaltschaft noch im Dunkeln. Nach ihren Ermittlungen soll die 29-Jährige drei zu früh geborenen Babys weder verordnete noch indizierte Narkose- und Beruhigungsmittel verabreicht haben. Eines der Frühchen starb. „Die Anklage geht aber davon aus, dass der Tod des Kleinkindes andere innere Ursachen hatte“, sagte der Sprecher der Marburger Staatsanwaltschaft, Nicolai Wolf. Die beiden anderen Babys überlebten – wahrscheinlich ohne bleibende Schäden. In einem Fall musste das Kind jedoch wiederbelebt werden.

Die Anklage wirft der Krankenschwester vor, den Tod der Frühgeborenen „billigend in Kauf genommen“ zu haben. Dabei ging es um Medikamente, die weder verordnet noch im Behandlungsplan vermerkt waren. In der Folge wurden Blutproben von weiteren Babys untersucht sowie ein verstorbenes Frühchen aus dem Schwalm-Eder-Kreis exhumiert.

Wie die Rechtsanwältin der Eltern, Silke Heissenberger aus Schwalmstadt, bestätigte, hatte die Krankenschwester die damals unwissenden Eltern mehrfach über Facebook kontaktiert. Zudem soll sie darum gebeten haben, an der Beerdigung teilnehmen zu dürfen und ein Holz-Herz in den Sarg gelegt haben. Als die Krankenschwester aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, kritisierte die Fachanwältin für Medizinrecht dies im Namen der Eltern. Vor Gericht werden fünf Sachverständige sowie viele Zeugen gehört.

Quelle: HNA

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