Bis zu 16 Tage waren Einwohner im Landkreis arbeitsunfähig

Krankenstand höher als im Landesdurchschnitt

Schwalm-Eder. Arbeitnehmer aus dem Schwalm-Eder-Kreis waren durchschnittlich zwei Tage länger krankgeschrieben als andere in Hessen. 16 Tage betrug die Fehlzeit im vergangenen Jahr laut einer Studie der Techniker Krankenkasse (TK). Der hessische Durchschnitt lag bei 14 Tagen.

Dr. Dieter Conrad, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Hessen, nannte Verschleißerkrankungen und psychische Krankheiten als häufigste Ursachen für Krankmeldungen. Der TK-Studie nach sind das Rückenschmerzen, Depressionen und akute Infekte der oberen Atemwege.

Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es laut der aktuellsten Statistik der Bundesagentur für Arbeit etwa 47 000 Beschäftigte. Davon sind etwa 13 000 Menschen, also 27,6 Prozent, in den so genannten Fertigungsberufen tätig. Dabei handelt es sich beispielsweise um Schlosser, Tischler und Maschinisten, aber auch Hilfsarbeiter ohne nähere Tätigkeitsangabe.

Der hohe Anteil an Menschen, die körperliche Tätigkeiten verrichten, könnte laut TK-Studie für die um zwei Tage höhere Fehlzeit im Schwalm-Eder-Kreis verantwortlich sein. TK-Sprecherin Denise Jacoby sprach von einer überdurchschnittlichen Berufsbelastung im Landkreis.

Zurückführen lasse sich das zu Teilen auf die demographischen Gegebenheiten im Landkreis, also unter anderem auf die Altersstruktur, den Bildungsstand sowie die damit zusammenhängende Jobwahl. Diese Menschen würden häufiger fehlen. Conrad bezweifelt das. „Bauern und selbstständige Handwerker werden sehr selten krank“, sagt der in Zimmersrode niedergelassene Arzt.

Auf dem Vormarsch sind laut Studie psychische Störungen (plus 7,9 Prozent). Conrad führt das auf den sozialen Druck in den Betrieben zurück. Conrad: „Die Menschen sind belastet und haben Angst vor der Arbeitslosigkeit.“ ZUM TAGE, HINTERGRUND

Von Matthias Hoffmann

Quelle: HNA

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