Psychische Erkrankungen weiter auf Vormarsch

Der Krankenstand im Schwalm-Eder-Kreis steigt

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Zahlen rund um die Gesundheit: Sandra Kater stellte zusammen mit Herzspezialist Dr. Wolfgang Dausch die neueste Studie der DAK vor.

Schwalm-Eder. Der Krankenstand im Schwalm-Eder-Kreis ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Die Ausfalltage nahmen innerhalb eines Jahres um 0,4 Prozent zu, während der Anstieg in Hessen 0,2 Prozent betrug. Am stärksten stiegen im Kreis die psychischen Erkrankungen um 37 Prozent.

Das ergab eine Studie der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK). Als Ursache für den Anstieg bei psychischen Leiden sieht Sandra Kater von der DAK Fritzlar die offene Diskussion um das Thema. "Krankheiten wie Burn-Out haben diese Leiden ein Stück enttabuisiert." Die Menschen trauten sich, über ihre Probleme zu reden.

Deren Ursache finde sich oft in der Unzufriedenheit im Beruf. 8,5 Prozent der Berufstätigen leiden einer Studie zufolge unter einer so genannten Gratifikationskrise. "Die Menschen haben Stress im Job, weil sie sich für ihre Anstrengungen nicht ausreichend belohnt fühlen."

Neben Unsicherheit im Job seien Probleme wie Zeitdruck, steigende Arbeitsmenge, aber auch soziale Faktoren wie mangelnde Wertschätzung dafür verantwortlich. Belastung und Belohnung werde von den Betroffenen oft nicht als ausgeglichen erlebt, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit seien die Folge.

Mentaler Stress im Job ist einer der Hauptfaktoren für Herzinfarkt, habe diese Studie ergeben. Der Infarkt ist immer noch die zweithäufigste Todesursache. "Der Zusammenhang zwischen Seele und Herz ist größer als wir bisher dachten", sagte der Fritzlarer Kardiologe Dr. Wolfgang Dausch. Menschen mit beruflicher Krise hätten ein doppelt so hohes Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden, auch ohne die klassischen Risiken wie Rauchen, Cholesterin, Bluthochdruck oder Übergewicht. Ursachen klären und Stress abbauen sieht Dausch als gesundheitsfördernd. Entspannung, Bewegung und gesunde Ernährung seien Faktoren der Prävention sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit den Mitarbeitern.

Der Schwalm-Eder-Kreis liegt mit dem Krankenstand an dritter Stelle der Landkreise in Hessen. Neben den psychischen Leiden stiegen die Fälle von Erkältungen und Bronchitis um neun Prozent, die Zahl der Rückenleiden bleib konstant.

Die Studie der DAK bezieht sich auf die Mitglieder der Krankenkasse. Kater betonte, sie könne als repräsentativ angesehen werden, da alle Mitglieder erfasst würden und so eine große Stichprobe vorliege. (zty)

Quelle: HNA

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